Über das Archiv und seine Aufgaben

Das Archiv entstand parallel mit dem Aufbau des Museums seit 1984. Es verstand sich immer als Archiv der Schwulenbewegung, als klassisches Bewegungsarchiv. Allerdings reicht der Sammlungsgegenstand mittlerweile weit über Bewegungsthemen hinaus. Im Paragraf 2.2. in der Satzung des Schwulen Museums ist die Aufgabe des Archivs benannt:

§2.2

Aufgabe der Archive, der Bibliothek und des Museums ist die Erforschung des Alltags, der Kultur und der Bewegung homosexueller und transgeschlechtlicher Menschen aus allen Zeiten. Es werden Kunstwerke, Bücher, Dokumente und Materialien hierzu gesammelt und diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Im Gegensatz zu staatlichen Archiven, die nach dem Provenienzprinzip (= nach der Herkunft) ihre Materialien ordnen, arbeitet das Archiv des Schwulen Museums mit einer Mischung aus Provenienz- und Pertinenzprinzip. Das bedeutet, Nachlässe von Personen oder Gruppen und Vereinen werden nach ihrer Herkunft aufbewahrt, weit größere Teile werden jedoch nach Sachverhalten, Ereignissen, Territorien oder Personen (= Pertinenzprinzip) geordnet.

Wir sind bemüht unsere Bestände nach archivarischen Kriterien (Aufbewahrung in Mappen, Sortierungssysteme, Signaturen, Findbucherschließung) aufzuarbeiten und bereitzustellen. Da die Arbeit im Archiv jedoch die längste Zeit und auch heute noch überwiegend ehrenamtlich geleistet wird, sind noch nicht alle Bestände erschlossen. Dies kann zu Nutzungseinschränkungen führen.