Guided Tour 01 August 2017 - 31 August 2017

Guided Tours at the Schwules Museum*

Thursday, August 17th 6 pm guided tour Odarodle - An imaginary their_story of naturepeoples 1535-2017 in German.

Thursday, August 24th 6 pm guided tour Winckelmann - The Divine Sex in English.

Sunday, August 26th 4 pm guided tour Change of Scenery 2.1 in German.

Thursday, August 31th 6 pm guided tour Odarodle - An imaginary their_story of naturepeoples 1535-2017 in English.

Saturday, September 02th 4 pm guided tour Change of Scenery 2.1 in English.

Sunday, September 03th 4.30 pm guided tour by curator Dr. Wolfgang Cortjaens
Winckelmann - The Divine Sex in German.

Thursday, September 07th 6 pm guided tour Winckelmann - The Divine Sex in English.

Saturday, September 09th 4 pm guided tour Odarodle - An imaginary their_story of naturepeoples 1535-2017 in English.

Thursday, September 14th 6 pm guided tour Change of Scenery 2.2 in German.

Saturday, September 16th 4 pm guided tour Odarodle - An imaginary their_story of naturepeoples 1535-2017 in English.

Thursday, September 21th 6 pm guided tour Winckelmann - The Divine Sex in German.

Saturday, September 23th 4 pm guided tour Change of Scenery 2.2 in English.

Thursday, September 28th 6 pm guided tour Odarodle - An imaginary their_story of naturepeoples 1535-2017 in German.

Saturday, September 30th 4 pm guided tour Change of Scenery 2.2 in English.

The tours are free, visitors only have to pay admission for the museum itself.

Additional guided tours for private groups, educational trips or similar can be requested and booked via fuehrungen(at)schwulesmuseum.de. When it comes to the number of participants, we recommend 25 for tours through our exhibitions and the museum itself and 15 participants for tours through our archive.

News 17 August 2017, 19:00

"Unzüchtiges in Pindarschem Stil“ - Winckelmanns readings

As in his widely acclaimed, but also disputed biography of Winckelmann ‘Der verworfene Stein’ (2005) Berlin-based art historian and German scholar Wolfgang von Wangenheim analyzes the interrelation between Winckelmanns work and his homosexuality. He will present and discuss ‘Unzüchtiges im Pindarschen Stil’, from literature Winckelmann knew and appreciated, among them suitable parts of scandal novel ‘Fanny Hill’.

This event is part of the exhibition 'Winckelmann - Das göttliche Geschlecht'

News 19 August 2017, 18:00 - 20 August 2017

Lange Nacht der Museen: Exklusive Führungen

Zur Langen Nacht der Museen 2017 am 19. August 2017 bieten wir über den gesamten Abend ein buntes Programm mit exklusiven Führungen an. Da die Führungen offizieller Bestandteil der Langen Nacht sind, können sie - genauso wie die Veranstaltungen - nur mit einem gültigen Ticket besucht werden.

18:30 - 19:00 Genderwahn - Made in Berlin. Eröffnungsführung mit Museumsgründer Wolfgang Theis

19:30 - 20:00 & 00:00 - 00:30 Winckelmann - Das göttliche Geschlecht - Kuratorenführung mit Archivleiter Dr. Wolfgang Cortjaens. (Terminänderung!)

20:00 - 20:30 Trans* History with Dr. Finn Ballard (English)

21:00 - 21:30 Odarodle - An imaginary their_story of naturepeoples 1535-2017. Guided tour with curator Ashkan Sepahvand. (English) (Change of date!)

21:30 - 22:00 §175 und die zweite Welle der Schwulenbewegung - Zeitzeugenführung mit TBA

23:00 - 23:30 Tuntenführung mit BeV StroganoV (Terminänderung!)

23:30 - 00:00 Die Geschichte der Lesbenbewegung mit Dr. Birgit Bosold

News 19 August 2017, 18:59

Lange Nacht der Museen: Führungen durch das größte LSBTIQ*-Spezialarchiv der Welt

Mit über 1.500.000 Archivalien und 500m² ist das Archiv des Schwulen Museums* das weltweit größte Spezialarchiv zur LSBTIQ*-Geschichte. Zur Langen Nacht der Museen führen Archivleiter Dr. Wolfgang Cortjaens und sein Team durch über 200 Jahre Bewegungsgeschichte, berichten über die alltägliche Arbeit und stellen ausgewählte Bestände vor. Die drei Touren finden um 19:00, 21:00 und 23:00 statt und dauern jeweils 30 Minuten.

News 19 August 2017, 19:00

Lange Nacht der Museen: »Lesbisches Gedenken« - Panel mit Dr. Birgit Bosold

Bis heute gibt es keinen Gedenkort für die lesbischen Frauen, die von den Nazis verfolgt ermordet wurden, und auch die Verfolgung von Lesben vor und nach der NS-Zeit wurde allzu häufig als unwichtige Geschichtsschreibung abgestempelt. Dr. Birgit Bosold wird dazu über die aktuellen Bemühungen einer Gedenkstätte für die lesbischen Opfer des NS-Faschismus im KZ Ravensbrück, vergangene Erinnerungsprojekte und den steinigen Weg der queeren Erinnerungskultur sprechen.

Eine exklusive Veranstaltung während der Langen Nacht der Museen 2017. Eintritt nur mit gültigem Ticket. Weitere Informationen auf der offiziellem Veranstaltungsseite & Tourplaner.

News 19 August 2017, 20:30

Lange Nacht der Museen: Lesung: »Heteros fragen - Homos antworten!« mit dem Team des Queerspiegels

In 50 Kolumnen hat das Queerspiegel-Team Woche für Woche den Leserinnen und Lesern des Berliner Tagesspiegels die Homo-Welt erklärt. Im September erscheint nun das gesammelte Wissen dieser Expert*innen im Querverlag und verspricht, Licht ins Dunkel zu bringen – zumindest was die Fragen Heterosexueller angeht bezüglich der Mysterien ihrer homosexuellen Mitbürger*innen. Zur Langen Nacht lesen Anja Kühne, Nadine Lange, Björn Seeling & Tilmann Warnecke aus den beliebtesten Beiträgen!

Eine exklusive Veranstaltung im Rahmen der Langen Nacht der Museen 2017. Eintritt nur mit gültigem Ticket. Weitere Informationen auf der offiziellen Veranstaltungsseite & Tourplaner.

News 19 August 2017, 22:00

Lange Nacht der Museen: Konzert: »Operette für zwei schwule Tenöre«

Nach zwei gefeierten ausverkauften Konzerten gibt es jetzt zur Langen Nacht der Museen die Gelegenheit, die Highlights des außergewöhnlichen Berliner Musikprojektes in Club-Atmosphäre zu erleben: Das schwule Genre Operette erhält durch Komponist Florian Ludewig und Autor Johannes Kram nun endlich eine schwule Liebesgeschichte samt Liebeslied von Mann zu Mann.

Eine exklusive Veranstaltung im Rahmen der Langen Nacht der Museen 2017. Eintritt nur mit gültigem Ticket. Weitere Informationen auf der offiziellen Veranstaltungsseite & Tourplaner.

News 19 August 2017, 23:30

Lange Nacht der Museen: »Berlin im Genderwahn« Tilly Creutzfeldt-Jakob, Ryan Stecken & Margot Schlönzke laden zum Lagerfeuer!

Zum Abschluss singen, plaudern, lästern, tratschen, lachen, essen und trinken bei Lagerfeuerromantik eine Tunte, eine Dragqueen und ein Dragking. Sie singen über Geschlechter, Politik, Liebe, Laster, Gewichts- und Alltagsprobleme, sowie über Erlebnisse, wie man sie als Mensch, der außerhalb des klassischen Mann/Frau-Schemata existiert, nur in Berlin erleben kann. Sie reden mit den Gästen über den Verlauf der Grenzen zwischen Tunte, Transe, Dragqueen, Travestie und wo eigentlich die Kings sind!?

Eine exklusive Veranstaltung im Rahmen der Langen Nacht der Museen 2017. Eintritt nur mit gültigem Ticket. Weitere Informationen auf der offiziellen Veranstaltungsseite & Tourplaner.

News 24 August 2017, 19:00

Winckelmann und archäologische Entdeckungen im Golf von Neapel

Neapel war im 18. Jahrhundert eine der größten Städte Europas und wegen der dort gelebten Freizügigkeit ein Mekka der Homosexuellen. Zwischen 1759 und 1767 besuchte Winckelmann Neapel mehrere Male, um die Ausgrabungen in Herculaneum und Pompeji zu studieren. Die vor Mitte des 18. Jahrhunderts entdeckten antiken Städte wurden bald ein festes Reiseziel für Nordeuropäer, waren allerdings mangels Publikationen schlecht erforscht und nur vom Hören bekannt. Vor allem die erotischen Wandmalereien und Artefakte trugen dazu bei, dass die Wissenschaften ihr Bild der Antike revidierten. Winckelmann fühlte sich in der neapolitanischen Umgebung wohl, sicherlich auch wegen der dort gelebten Freizügigkeit. Den Grabungsarbeiten stand er kritisch gegenüber. In seinen Briefen und Veröffentlichungen mischte er persönliche und sachliche Meinungen, die ein Streiflicht auf seine komplexe Persönlichkeit werfen. Die zwei publizierten Kurzschriften wurden schnell weit bekannt und übten großen Einfluss auf die Wahrnehmung antiker Ruinen im gebildeten Europa aus.

Der Niederländer Eric J. Moormann ist Professor für Klassische Archäologie an der Radboud Universiteit Nijmegen/NL. Er promovierte 1986 über Darstellungen antiker Statuen auf römischen Wandbildernch antiken Statuen. Vor seiner Berufung nach Nijmegen lehrte er bis 2002 an der Amsterdamer Universität. Eric Moormanns Interesse an der Antike ist breit gefächert. „Ich bin fasziniert von der Wechselwirkung zwischen der materiellen antiken Kultur und der Literatur und möchte mehr erfahren über die Lebens- und Alltagswelt der Menschen. So forsche ich z. B. über die Ausstattung antiker Bauwerke.“ Aber auch die Ausstrahlung der Antike in die frühe Klassische Moderne und die zeitgenössische Kunst findet Moormanns Interesse. Daneben ist er an Vermessungen und Grabungen antiker Stätten (Villen, Denk- und Grabmale) in einem Teilstück der Via Appia in Rom beteiligt.

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News 27 August 2017, 16:00

Regenbogensommer

Auch in diesem Jahr lädt der Regenbogensommer im August wieder Neugierige und Interessierte, Daheimgebliebene und Berlinbesucher nach Schöneberg in die Kulmer Straße 20 A ein. Und das mittlerweile zum dritten Mal! Natürlich steht die Auseinandersetzung mit den Themen Homosexualität und AIDS wieder im Fokus aller Veranstaltungen, in kreativ-künstlerischer Arbeit, mit szenischen und filmischen Mitteln und auf musikalischem Wege.

Neu ist dieses Jahr, dass neben den „Dauerpartnern“ des Regenbogensommer (die Allgemeine Homosexuellen Arbeitsgruppe AHA und Café „Finovo“) auch das Schwule Museum*, das Gründerzeitmuseum Mahlsdorf und das Café „Ulrichs“ mit Veranstaltungen aufwarten.

Die Veranstaltung bei uns ist am 27. August eine Spezialführung von 16 bis 17 Uhr durch die historische Überblicksausstellung Tapetenwechsel 2.1. Die Führung ist kostenlos, es muss lediglich der Eintritt des Schwulen Museums* bezahlt werden.

News 06 September 2017, 19:00

Winckelmanns Nachfolger im Rom: Der Kreis um August Kestner

August Kestner, Sohn von Charlotte Buff – die Lotte in Goethes Werther –, entstammt den sogenannten „Hübschen Familien“ Hannovers. Nach dem Jura-Studium in Göttingen bereiste er Italien und verliebte sich unsterblich in die Stadt Rom. Hierher kehrte er 1817 zurück, zuerst als Delegationsmitglied, später als Botschafter Hannovers und Großbritanniens am Heiligen Stuhl. Hier sollte er die längere Zeit seines Lebens, nämlich 36 Jahre beinahe ununterbrochen bis zu seinem Tod 1853 leben, sammeln und … lieben. Er ist sicher einer der ganz wenigen Prominenten der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, von dem eindeutig nachweisbar ist, dass er nicht nur die Stadt, Archäologie und Kunst sowie sonstige schöne Dinge liebte, sondern auch schöne Männer. Ausgiebiges Briefmaterial sowie eigenhändige Porträtzeichnungen erlauben, sein Leben in Rom und sein nicht nur aus Diplomaten und Archäologen, sondern vor allem auch aus Künstlern der verschiedensten Richtungen bestehenden Freundeskreis genauer zu betrachten, in dem junge, hübsche Männer keine Randerscheinung waren.

Der Referent studierte Ägyptologie und Kunstgeschichte in Berlin und Paris. Schon während des Studiums verbrachte er längere Zeit in Ägypten, wo er hauptsächlich in Theben für verschiedene Institutionen, darunter auch die Universität Chicago und das Französische Zentrum in Karnak, tätig war. Sein Arbeits- und Forschungsschwerpunkt ist die ägyptische Kunst und Architektur des Neuen Reiches sowie „ägyptische Museologie“. 1993-2003 war er ägyptologischer Dozent an der Humboldt-Universität, zuletzt als Vertretung der vakanten Professur. Seit 2004 ist er Kurator der ägyptischen und islamischen Sammlungen am Museum August Kestner in Hannover, wo er bereits zehn Sonderausstellungen realisiert hat, aktuell eine zum Thema „Ägyptens Mysterien und die Freimaurerei“. Seine ägyptologischen Dozenten- und Kuratorenkompetenzen durfte er bereits in den Dienst von Institutionen in Basel, Berlin, Chicago, Edinburgh, Göttingen, Havanna, Kairo, Köln, Landshut, Leiden, Leuven, Leipzig, Luxor, Marburg, Paris und Zürich stellen.

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Event 11 September 2017, 19:00

Herculean Muscles, Winckelmann & Body Ideals: A Discussion About the Gay Party Scene

In the context of the exhibition Winckelmann – The Divine Sex and Folsom Europe 2017

Divine sex – with divine bodies? How important is it in today’s gay scene to have a Herculean body of the category 18th century art historian Johann Joachim Winckelmann admired in statues from Greek Antiquity? Since when have such bodies become omnipresent in real life, e.g. at the Folsom street fair in Berlin? And what changes do me have on the “meat market” when they don’t look like this?

We want to discuss how body ideals have changed throughout the years, in the exhibition rooms of Winckelmann – The Divinge Sex, between the famous statues of Hercules and the Barberini Faun. On the panel: the boss of Berlin based porn studio Cazzo. Although he himself has a Hercules body, he says that member’s of Berlin’s gay scene don’t care too much for muscles but for “big dicks” and “big holes.” Which is exactly what Winckelmann does not include in his “Canon of the Beautiful.” What he does include, however, are daddy/twink pairings, for example in the many Zeus and Ganymed paintings. We will ask Mr. Cazzo what such an old fashioned gay stereotype from art history is seeing such a massive revival in contemporary gay porn.

Also on the panel is Wolfgang Theis, one of the founders of the Schwules Museum*. He went to New York in the 1970s and saw Tom of Finland men for real for the first time, in bars and discos. And he witnessed how this trend came to Europe and Germany, where the local activist scene was more interested in left wing politics than beautiful bodies. But that changed quickly.

Joining the discussion is artist Mathias Vefwho works in the border areas of body and identity. He's interested in "exceptional bodies" that are often an expression of "exceptional personalities," as he says. He is fascinated by people who see their bodies as something that can be "shaped and created," turning the body into "an expression of their conscience." His models are turned into 'hackers' in his works that 'hack' into their own identity and form, questioning the bounderies of subculture and mainstream and what is considered 'good looking.' As an artist, Berlin based Mathias Vef uses the 'body material' his models supply and turns it into collages, these are then further deconstructed with the party drug GHB. A reference to the potentially destructive element in the muscle worshipping gay party culture.

Other participants in the discussion are Kai Pörsken, head of IT and marketing at gay lifestyle company Bruno Gmünder where he had lots of experience with the representation (and non-representation) of body types and with online behavior. A different aspect will be added by 'Vukasin' who labels himself a DUF, a Designated Ugly Friend. He has made some remarkable experiences of his own with “the diving sex.”

The curator of the Winckelmann exhibition, Dr. Wolfgang Cortjaens, will make sure the art history element won’t be ignored. He will lead the discussion together with Dr. Kevin Clarke, author of the book Porn: From Andy Warhol to X-Tube and curator of the exhibition Porn That Way.

Tickets: 4 Euros

Visitors of the Folsom street fair are welcome to show up in their fetish outfits and join the discussion.

 

 

Lesung 17 September 2017, 18:30

Book Release Event: In the Province of the Gods

On 17 September, 6.30 pm, we will host a book release event with Kenny Fries, in combination with his new memoir In the Province of the Gods. Some will remember Kenny Fries from his interview that was part of the exhibition Homosexualität_en.

His new book he embarks on a journey of profound self-discovery as a disabled foreigner in Japan, a society historically hostile to difference. As he visits gardens, experiences Noh and butoh, and meets artists and scholars, he also discovers disabled gods, one-eyed samurai, blind chanting priests, and A-bomb survivors. When he is diagnosed as HIV positive, all his assumptions about Japan, the body, and mortality are shaken, and he must find a way to reenter life on new terms.

Kenny Fries will present the book personally in our museum and discuss  with the audience, after a reading of selected passages.

Fries is the author of Body, Remember: A Memoir and The History of My Shoes and the Evo­lution of Darwin’s Theory. He is the editor of Staring Back: The Disability Experience from the Inside Out. He teaches in the MFA in Creative Writing Program at Goddard College and is the recipient of a presti­gious Creative Capital grant.

News 28 September 2017, 19:00

Ulrich Enzensberger: Christian Enzensbergers eigensinniges Coming-out 1968

Christian Enzensberger (1931-2009) im Schwulen Museum Berlin? Wer in seinen Werken nach dem Wort schwul sucht, muss lange suchen. Homosexuell? Schwul? Nichts. Weder in seinem philosophischen Werk Nicht Eins und Doch (2013), noch in seinem autobiografisch inspirierten Roman Was ist was (1987). Dabei entwickelt er philosophierend vor den Augen des Lesers intimste Gefühle; dabei lassen die Neigungen seines Romanhelden, eines gewissen Christian, scheinbar an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig. Aber was bedeutet: Eindeutigkeit?

Bis 1968 ist Christian Enzensberger nur als Übersetzer hervorgetreten - 1962 durch die Übertragung von Gedichten des in Deutschland bis dahin unbekannten Giorgos Seferis, der 1963 den Nobelpreis erhielt, und durch seine bis heute unübertroffene deutsche Fassung von Lewis Carroll´s (Alice im  Wunderland / Alice hinter den Spiegeln, 1963). Sein schillernder Essay Größerer Versuch über den Schmutz, 1968, war ein Coming-out in mannigfaltiger Hinsicht: als freier Schriftsteller, als unerhörter Schmutzfink, als Philosoph und als - ja, aber als was genau? Wo in diesem mehr als zweideutigem Text, in diesem Chor, komponiert aus verschiedensten Stimmen, ist die Stimme des Autors? Wer ist es, dem er das Wort "schwul" in den Mund legt? Ulrich Enzensberger, *1944, Verfasser u.a. einer Geschichte der Berliner Kommune I (1967-1969), versucht eine Antwort im Sinne seines Bruders.