18. März 2011 - 13. Juni 2011
Ausstellung anlässlich des 60. Todestages
Eröffnung: Do., 17. März 2011, 19 Uhr
Wo: Schwules Museum, EG und 2. OG
Mehringdamm 61 (Eingang 1. Hof), 10961 Berlin
[EG eingeschränkt barrierefrei zugänglich: drei Stufen; 2. OG: Aufzug anfragbar, leider nicht zugänglich für Rollstühle]
Laufzeit: 18. März bis 13. Juni 2011
Kurator_innen: Jan Drehmel, Kristina Jaspers
|

Ludwig Wittgenstein
Photographiert von Ben Richards unter Anleitung
Wittgensteins, September 1947 in Swansea
Quelle: Schwules Museum, Berlin
© Wittgenstein Archive, Cambridge

Mit Francis Skinner in Cambridge
Aufnahme eines Straßenphotographen
Quelle: Schwules Museum, Berlin
© Wittgenstein Archive, Cambridge |
Anlässlich des 60. Todestages von Ludwig Wittgenstein stellt das Schwule Museum sein Leben und Werk in einer umfangreichen kulturhistorischen Ausstellung vor. Die Ausstellung wird sowohl mit Originaldokumenten, als auch mit Rauminszenierungen und Medieninstallationen arbeiten, um Philosophie als lebendigen Prozess erfahrbar zu machen.
Der Philosoph Ludwig Wittgenstein (26.4.1889 29.4.1951) gilt als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Sein großer Bekanntheitsgrad verdankt sich unter anderem seinem charismatischen Wesen, das vor allem im Rekurs auf den Genie-Begriff des ausgehenden 19. Jahrhunderts verständlich wird.
Gerade die Radikalität seiner persönlichen Entscheidungen wie auch seiner philosophischen Betrachtungen machte Wittgenstein bereits zu Lebzeiten zu einer schillernden und kontroversen Figur. Die Ausstellung möchte Wittgenstein in mehrfacher Hinsicht „verorten“: Zunächst geht es um eine Einordnung in die europäische Kultur- und Geistesgeschichte mit ihren ganz unterschiedlichen intellektuellen Strömungen vom Wiener Fin de Siècle bis zu den elitären Zirkeln Cambridges. Der Ansatz der „Verortung” ist jedoch auch ganz buchstäblich zu verstehen: Wittgenstein wechselte häufig seinen Wohnort, pendelte zwischen seiner Geburtsstadt Wien, seiner Studien- und Lehrtätigkeit in Cambridge, sowie seinem Rückzugsort Skjolden in Norwegen. Kennzeichnend für Wittgenstein ist sein stetes Ringen um Aufrichtigkeit und Klarheit, seine Suche nach dem „richtigen Leben“.
Die Gegensatzpaare „Sinnlichkeit und Askese“ sowie „Sprechen und Schweigen“ bilden daher Leitmotive des Ausstellungsparcours. Über Wittgensteins Homosexualität liegen kaum Zeugnisse vor. Er hat sich nie explizit zum Thema Sexualität geäußert; seine Freundschaften zu meist jüngeren Männern wurden nicht zum öffentlichen Diskussionsgegenstand. Seine Auseinandersetzung mit den Polen Sinnlichkeit und Askese, Schuld und Sühne soll in dieser Ausstellung ebenfalls betrachtet werden. Als Kooperationspartner konnten das Wittgenstein Archive in Cambridge sowie das Brenner-Archiv in Innsbruck gewonnen werden. Zahlreiche Dokumente werden erstmals öffentlich ausgestellt.
Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, dem 17. März 2011 um 19 Uhr sprechen Hortensia Völckers (Vorstand/ Künstlerische Direktorin Kulturstiftung des Bundes) und Barbara Kisseler (Chefin der Senatskanzlei, Berlin) sowie Michael Nedo (Direktor des Wittgenstein Archive, Cambridge).
Veranstaltungsübersicht und Raumplan
PDF zum Download
Katalog - ausverkauft !
Ludwig Wittgenstein. Verortungen eines Genies
Jan Drehmel, Kristina Jaspers (Hg.), Junius-Verlag,
152 Seiten, ca. 80 Abb., 19,80 EUR
Weitere Informationen siehe:
www.ludwig-wittgenstein.com
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

Veranstaltungen im Rahmenprogramm
Führungen
Führungen mit den Kurator_innen am 6. April, 4. Mai und 1. Juni 2011, 18.00 Uhr
Gruppenführungen nach Anmeldung.
Freitag, 1. April 2011, 19.30 Uhr im Schwulen Museum
„Pascal Gödel Wittgenstein“
Live-Performance/Vortrag der österreichischen Filmregisseurin und Performance-Künstlerin Mara Mattuschka. In Kooperation mit dem Kino Arsenal, Berlin. [Eintritt frei]. Hinweis: Im Kino Arsenal werden am 31.3. die drei jüngsten Filme von Mara Mattuschka gezeigt. Die Künstlerin ist anwesend.
Donnerstag, 14. April 2011, 19.00 Uhr im Schwulen Museum
Filmvorführung "Wittgenstein"
(UK 1993, Regie: Derek Jarman, Länge: ca. 75 Min.). Mit freundlicher Unterstützung der Edition Salzgeber [Eintritt: 4 €]
Dienstag, 26. April 2011, 19.30 Uhr im English Theatre, Fidicinstrasse 40
aus Anlass des 122. Geburtstags von Ludwig Wittgenstein
„Vom Sprechen und Pfeifen“
Lesung: Bernhard Schütz, Berlin. Musikalische Begleitung: Kunstpfeifer Helmuth Drevs, Merseburg.
In Kooperation mit dem Suhrkamp Verlag, Berlin. [Eintritt frei]
Sonntag 1. Mai 2011, 11.00 Uhr im Schwulen Museum
“On Dialogues Wittgenstein's Literary Style and Philosophical Methods.”
Vortrag von David G. Stern, Professor für Philosophie an der Universität Iowa. Moderation: Matthias Kroß, in englischer Sprache. In Kooperation mit dem Einstein-Forum, Potsdam. [Eintritt frei]
Dienstag, 7. Juni, 20.00 Uhr im Kino Arsenal, Potsdamer Str. 2
Ludwig Wittgenstein Kurzfilmprogramm
Mit einem musikalischen Beitrag von Wolfgang Müller (Die Tödliche Doris). In Kooperation mit dem Kino Arsenal, Berlin. [Eintritt frei]
Mittwoch, 8. Juni 2011, 19.30 im Kulturforum der Österreichischen Botschaft
(Stauffenbergstraße 1)
„Der Satz ein Wortgemälde? Bild und Text bei Ludwig Wittgenstein“
Matthias Kroß (Einstein Forum, Potsdam) und Thomas Macho (Humboldt-Universität zu Berlin) im Gespräch
Anmeldung erbeten unter: kontakt@schwulesmuseum.de
In Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin und der Österreichischen Botschaft
|