Liebe Freundinnen und Freunde in Berlin,
wir wenden uns heute an Sie mit der Bitte um solidarische Hilfe.
Wie Sie vielleicht aus der Presse erfahren haben, zeigt das Schwule Museum
noch bis 18. September die Ausstellung Paradiese - Schätze
aus der Sammlung Sternweiler. Sie liefert einen Überblick
über Kunst und Politik zwischen 1500 und 1950. Wo wurden die Homosexuellen
von der Gesellschaft verortet und wie haben sie sich Gegenwelten entworfen?
Welche Rolle spielten paradiesische Traumwelten für ein Leben in
der Unterdrückung und im Kampf um Gleichberechtigung? Präsentiert
werden Stiche, Zeichnungen, Gemälde und Fotografien. Die Sammlung
Sternweiler ist uns zu einem Vorzugspreis von 240.000 Euro angeboten worden
und wäre die ideale Ergänzung unserer eigenen Bestände,
die bisher vorrangig den Zeitraum 1950 bis heute abdecken.
Es geht um die Bewahrung unserer eigenen Geschichte, um zentrale Stücke
unseres gemeinschaftlichen kulturellen Erbes. Jetzt gilt es, das private
Engagement eines Einzelnen für die Allgemeinheit zu nutzen und die
Sammlung Sternweiler durch viele helfende Hände in den Besitz des
Schwulen Museums zu überführen.
Das Schwule Museum wird nach wie vor rein privat getragen und erhält
nur punktuelle staatliche Unterstützung für einzelne Projekte.
Es ist uns gelungen, von der Kulturstiftung der Länder eine
Zusage zur Mitfanzierung in Höhe von 50.000 Euro für den Ankauf
zu erhalten, auch als Anerkennung unserer jahrelangen ehrenamtlichen Arbeit.
Wie üblich muss ein Teil des Geldes durch andere Stiftungen und Sponsoren
sowie ein Eigenanteil durch das Schwule Museum aufgebracht werden.
120.000 Euro, die Hälfte der Summe, wollen wir während
der Ausstellung Paradiese sammeln. Jede kleine oder größere
Spende trägt dazu bei! Es wäre schön, wenn auch Sie eine
Überweisung auf das Sonderkonto Schwules Museum bei der Weberbank,
Kto-Nr. 6151466789, BLZ 101 201 00 vornehmen. Sie erhalten dafür
eine steuermindernde Spendenbescheinigung. Oder Sie werden jetzt Mitglied
des Vereins der Freunde eines Schwulen Museums e.V. und unterstützen
die Arbeit kontinuierlich.
Die Sammlung Sternweiler enthält zentrale Stücke unseres
gemeinschaftlichen kulturellen Erbes
Sie besteht aus zirka 6000 einzelnen Objekte und Konvoluten: Drucke,
Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen, Kunstfotografie, Privatfotografien,
Dokumente, Briefe, Zeitschriften, wissenschaftliche und belletristische
Bücher. Material für unzählige Ausstellungen und wissenschaftliche
Forschungsarbeiten.
- rare Zeitschriften und Dokumente der Schwulenbewegung aus den 1920er
Jahren aus Berlin, die so gut wie nie auf den Markt kommen
- Fotografien und Dokumente zur Sozialgeschichte der Homosexuellen in
Deutschland zwischen 1880 und 1950, insbesondere Fotografien von Freunden
und Freundinnen sowie Freundschaftszirkeln, zur schwulen und lesbischen
Subkultur und zur Verfolgung in der Nazi-Zeit
- Spitzenwerke der homoerotischen Kunst, die nur ganz selten im internationalen
Kunsthandel angeboten werden, darunter Gemälde von Ferdinand Flor,
Blaue Grotte (um 1837), Paul Höcker, Badender mit Fisch (um
1900), K. Oechsler, Nach dem Picknick (um 1930) oder die Bronzeskulptur
Freundespaar eines unbekannten deutschen Bildhauers (um 1920)
- umfassende Übersicht zur Geschichte der homoerotischen Kunst und
Thematisierung von Homosexualität in der Kunst zwischen 1500 und
1950, insbesondere an grafischen Arbeiten von und nach Marten van Heemskerck,
Michelangelo, Rubens, Pietro Testa, William Hogarth, Carstens, Hans von
Marées, Ludwig von Hofmann, Max Slevogt, Lovis Corinth, Max Slevogt,
Renée Sintenis usw.
- der Nachlass des Künstlers Richard Grune aus einer sozialdemokratischen
Familie, der u.a. am Bauhaus studierte. Darin enthalten Briefe und künstlerische
Verarbeitung seiner zehn Jahre (1935-1945) im Gefängnis und KZ.
- umfangreiche Sammlung zum Künstler Marcus Behmer, bereits 1903
Mitglied in der ersten Homosexuellen-Organisation der Welt in Berlin,
der Homosexualität in seinen Zeichnungen und Drucken in einer Vielfalt
thematisierte wie kein anderer Künstler seiner Zeit.
- die Geschichte der Aktfotografie in Deutschland und in den USA zwischen
1880 und 1960 lässt sich an Hand der über 2000 Fotografien darstellen.
- Materialien zum Themenbereich Travestie, Damenimitatoren und Geschlechterfragen,
über 150 Starpostkarten von Herren- und Damenimitatoren von 1890
bis 1933, Fotografien, Bücher usw. zur internationalen Geschichte
der Travestie zwischen 1600 und 1960, der Nachlass des Damenimitators
Marcel André mit über 500 Dokumenten und Fotografien von ihm
und befreundeten Damenimitatoren zwischen 1930 und 1970
Mit Ihrer Unterstützung tragen auch Sie dazu bei, die Zukunft
des Schwulen Museums zu sichern und auszubauen!
100 Förderer spenden je 1.000 - 200 Freunde spenden 100 ( = 120.000
Euro)
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