Aktuell 01. Juni 2016

Kostenlose öffentliche Führungen im Schwulen Museum*

Donnerstag, 2. Juni um 18 Uhr Führung zu "Ken. To Be Destroyed"

Samstag, 4. Juni um 16 Uhr Führung zu "Superqueeroes"

Donnerstag, 9. Juni um 18 Uhr Führung zu "MILLIONAIRES CAN BE TRANS*"

Samstag, 11. Juni um 16 Uhr Führung zu "Ken. To Be Destroyed"

Donnerstag, 16. Juni um 18 Uhr Führung zu "Superqueeroes"

Samstag, 18. Juni um 16 Uhr Führung zu "MILLIONAIRES CAN BE TRANS*"

Samstag, 25. Juni um 16 Uhr Führung zu "Superqueeroes"

 

 

Weitere Führungen auf Anfrage: kontakt(at)schwulesmuseum.de

Aktuell 02. Juni 2016, 20.00h - 02. Juni 2016

Rituals of Resistance

„I was born To Make You Happy“ & “The Dictatorship of Girlieness”

Rituale sind zwingend… Von jetzt an muss die Entscheidungsfreiheit enden…

Diese beiden Arbeiten, ein Film und eine Performance erfassen einen rituellen Ansatz der Verweigerung von Normalisierung. Beide Stücke ziehen uns in überwältigende Welten der Trauer und Einsamkeit und leiten uns zum Ausgang des Widerstands durch Anschluss.

Während der Performance The Dictatorship of Girlieness finden wir uns in einer politischen Dystopie wieder indem Trauer zwingend und Redefreiheit von gestern ist. Indes werden wir von den Performern durch das Stück in eine neue Diktatur geleitet, in der girlieness über Allem herrscht.

I was born To Make You Happy führt uns in eine gebrochene feministische Utopie, in der Britney und Hexen kollidieren und in der die Einsamkeit einer patriarchalen Welt angefochten wird. Chronologie wird in diesem Film aus dem Fenster geworfen. Anstelle leitet eine Fragmentierung durch die visuelle Sprache den stattfindenden Bruch der 90er ein. Die aufstrebende trans*Theorie dieser Zeit führt als Bewegung vom liberalen cis-Feminismus weg. In diesem verführerischen Film folgen wir den Charakteren in einer feierlichen Ablehnung von Isolation und Normalität.

Event 05. Juni 2016, 18.30h - 05. Juni 2016

What's Next? Queer Kitchen: Was fordern LGBT*, die sich in rechten Parteien organisieren?

Rechtspopulistische und rassistische Positionen sind allgegenwärtig - auch innerhalb von LGBT*-Communities.  Längst geht es nicht mehr nur um die Folgen, die das Erstarken rechter Parteien für die Errungenschaften von  LGBTQ*-Bewegungen haben könnte. Im vergangenen Jahr planten die rechtspopulistischen Schwedendemokraten einen eigenen CSD durch ein vorwiegend migrantisches Stadtviertel in Stockholm, ein bekennender Schwuler ist Vizevorsitzender von Frankreichs rechtsextremem Front National und auch in Deutschland gelingt es der AfD, Zustimmung bei LGBT*s zu gewinnen.

Im Mittelpunkt der Queer Kitchen im Juni stehen u. a. folgende Fragen: Was fordern LGBT*, die sich in rechten Parteien organisieren, und wie begründen sie ihr Engagement? Wie stehen sie zu den LGBTIQ*-Bewegungen, wie die Bewegungen zu ihnen? Was lernen wir daraus über aktuelle Versuche, LGBT*-Inhalte rechtsnational zu vereinnahmen? Aber vor allem: Welche Strategien im Umgang mit den Rechten und dem Rassismus und Antifeminismus in der Szene, auf die sie aufbauen, haben und brauchen wir?

Als Diskussionsgrundlage gibt Jan Schnorrenberg einen kurzen Input zu den "Homosexuellen in der AfD".

18:30 Uhr, im Café des Schwulen Museum*

Aktuell 08. Juni 2016, 18.30h - 08. Juni 2016

From Thick Skin to Femme Armour: On Femme of Colour Art, Organizing and Resistance

Votragsreihe: Radical Transfeminism zur Ausstellung MILLIONAIRES CAN BE TRANS*

“[They] took control of their bodies— bodies that were radical in their mere existence in this misogynistic, transphobic, elitist world— because their bodies, their wits, their collective legacy of survival, were tools to care for themselves when their families, our government, and our medical establishment turned their backs.” – Janet Mock, Redefining Realness

In dieser Veranstaltung spricht Kama La Mackerel über das Vermächtnis der Resilienz und Resistenz farbiger Frauen indem folgende Fragen gestellt werden: angesichts der historischen Gewalt die an den Leben und Körpern von farbigen trans-Frauen vollzogen wurden, angesichts der unverhältnismäßigen Zahl von farbigen trans-Frauen die inhaftiert, obdachlos, von Beschäftigung und dem Gesundheitssystem ausgeschlossen sind, angesichts der jährlichen hohen Zahl von Morden an farbigen trans-Frauen; wie ehren wir, als farbige trans-Frauen unsere Geschichte und unser Erbe des Widerstands? Wie errichten wir dicke Häute und kämpferische „femme“-Panzer um zu gedeihen? Wie kommen wir zusammen und gebären eine Zukunft für die Generation der Kinder die noch folgt? In diesem Gespräch ringt Kama La Mackerel mit diesen Fragen und spricht außerdem über Kunst, Liebe, Heilung, Frauen-Schwesternschaft und die Erschaffung einer hellen Zukunft für die kommende Generation von legendären Kindern.

Kama La Mackerel kommt aus Tio’tia:ke/Montreal und organisiert Gemeinschaften, erschafft Bewegung, ist Schriftstellerin, Poetin, Erzählerin, Kuratorin und fachübergreifende Künstlerin, deren Arbeit sich auf Erzählung und kulturelle Produktion, als Modus anti-kolonialer Resistenz, konzentriert. Das Medium Kamas Werks rangiert zwischen Performance und Textilien, zwischen Geschichten-Erzählung und Druck, zwischen Poesie und Fotografie und Film. Kama ist Mitbegründerin des The Qouleur Festivals, einem jährlichen Kunstfestival und Heilungsort, welche die Kunst und Leben farbiger queer- und trans-Menschen zelebriert. Sie ist außerdem Gründerin und Gastgeberin von GENDER B(L)ENDER, Montreals einziger monatlichen offenen queer-Bühne. Als „femme supreme“ die vom Meer gejagt wird, ist Kama in verschiedenen grassroot-Bewegungen zu sozialer Gerechtigkeit aktiv und organisiert gegen Rassismus, für die Gerechtigkeit von Migranten sowie Geschlechtern und trans-Mobilisierung. Kama wurde in Mauritius geboren und migrierte als junge Erwachsene nach Indien, bevor sie im September 2011 nach Tio’tia:ke/Montreal zog.


Der Vortrag findet auf englisch statt.

Aktuell 09. Juni 2016, 19.00h - 09. Juni 2016

“Tranny Schock”

Diskussion zum Thema „Trans* & Tranny“ im queeren Comic mit zwei stadtbekannten (Multimedia)Transen im Rahmen der Superqueeroes-Ausstellung.

Wir diskutieren mit den beiden Performer_innen und Kolumnist_innen über den Umgang mit Begriffen wie „Tranny“ innerhalb der queeren Szene. Wie politisch inkorrekt ist es, das Wort „Tranny“ oder „Transe“ zu verwenden, wie „verletzend“ ist es für Trans*-Menschen, damit konfrontiert zu werden, wie legitim sind Forderungen, solche Begriffe zu verbannen? Und: Wie viel Toleranz kann man und sollte man von beiden Seiten erwarten, also von der Transen-Szene und der Trans*-Community?

Die beiden selbsterklärten "Multimediatransen" und Künstler_innen Kaey und Jurassica Parka erzählen an diesem Abend aus ihrem Leben und ihren Karrieren, von kritischen Reaktionen, mit denen sie gelernt haben umzugehen und von den Veränderungen im Umgang miteinander in der LGBTIQ*-Szene in Deutschland und Berlin.

Ausgangspunkt und Stichwortgeber für die Veranstaltung ist Justin Halls Comic „Glamazonia: The Uncanny Super Tranny“ (2010). Er wurde vom Verlag North West Press aus dem Handel genommen, wegen Protesten der US-amerikanischen Trans*-Community bzgl. des Wortes „Tranny“, das als transphob gewertet wurde, obwohl Autor Justin Hall sehr nachdrücklich darauf verwiesen hat, dass Anfang der 2000er Jahre dieser Begriff in der US-Westküste von Queer-Aktivist_innen und allen im Gender-Bereich tätigen Leuten extrem positiv besetzt gewesen sei.

Kaey und Jurassica Parka werden zum Vergleich von ihren Erfahrungen in Deutschland erzählen und einen weiten – glamourösen – Bogen spannen.

Aktuell 16. Juni 2016, 19.00h - 16. Juni 2016

„Die Lesben waren wirklich sehr grausam.“ Nachdenken über Homophobie, Queers und transgressive Sexualität während des Holocaust

Wie kommt es, dass sich unter den zehntausenden Zeugnissen der Holocaustüberlebenden keine einzige jüdische homosexuelle Stimme befindet? Es gab schwule und lesbische jüdische Deportierte; sie durften allerdings kein Zeugnis hinterlassen. Dieser Vortrag denkt über die manifeste Homophobie in den Überlebendenerinnerungen nach, die bis heute diktiert, was erzählt, in Archiven gesammelt und von den Historiker_innen erforscht werden darf, und was dies für das Schreibern der queeren Geschichte heißt.

Dr. Anna Hájková ist Assistant Professor an der University of Warwick, Großbritannien.