Führung 01. Oktober 2017 - 31. Dezember 2017

Öffentliche Führungen im Schwulen Museum*

Sonntag, 01. Oktober um 16:30 Führung zu Winckelmann - Das göttliche Geschlecht auf Deutsch.

Donnerstag, 05. Oktober um 18:00 Führung zu Odarodle - Sittengeschichte eines Naturmysteriums, 1535-2017 auf Deutsch.

Samstag, 07. Oktober um 16:00 Führung zu Winckelmann - Das göttliche Geschlecht auf Englisch.

Donnerstag, 12. Oktober um 18:00 Führung zu Odarodle - Sittengeschichte eines Naturmysteriums, 1535-2017 auf Englisch.

Samstag, 14. Oktober um 16:00 Führung zu Odarodle - Sittengeschichte eines Naturmysteriums, 1535-2017 auf Deutsch.

Donnerstag, 19. Oktober um 18:00 Geschichtsführung aus Tuntensicht durch Tapetenwechsel 2.2 mit BeV StroganoV auf Deutsch.

Samstag, 21. Oktober um 16:00 Führung zu Tapetenwechsel 2.2 auf Englisch.

Donnerstag, 26. Oktober um 18:00 Führung zu Tapetenwechsel 2.2 auf Deutsch.

Samstag, 28. Oktober um 16:00 Thematische Führung: "Early sexology and the formation of gay identity in Berlin: Karl Ulrichs, Magnus Hirschfeld and others" zu Tapetenwechsel 2.2 mit Katya Sumina auf Englisch.

Samstag, 04. November um 16:00 Führung zu Queer City auf Englisch.

Donnerstag, 09. November um 18:00 Kuratoren-Führung zu Tapetenwechsel 2.2 auf Deutsch.

Samstag, 11. November um 16:00 Führung zu Dannecker auf Englisch.

Samstag, 18. November um 16:00 Kuratoren-Führung zu Tapetenwechsel 2.2 auf Deutsch.

Donnerstag, 23. November um 18:00 Kurator-Führung zu Fenster zum Klo auf Deutsch/Englisch.

Samstag, 25. November um 16:00 Führung zu Tapetenwechsel 2.2 auf Englisch.

Donnerstag, 30. November um 18:00 Führung zu Dannecker auf Deutsch.

Die Führungen sind kostenlos, bezahlt werden muss nur der Eintrittspreis für das Museum* selbst.

Führungen für private Gruppen, Bildungsreisen etc. können unter fuehrungen(at)schwulesmuseum.de angefragt und gebucht werden. Für Führungen durch das Museum und seine Ausstellungen empfehlen wir eine Gruppengröße von maximal 25, für Führungen durch das Archiv maximal 15 Personen.

Aktuell 07. November 2017, 19.00h

Screening und Diskussion São Paulo Hi-Fi mit Lufe Steffen

Das Schwule Museum* zeigt im Rahmen der Ausstellung "Queer City: Geschichten aus São Paulo" den preisgekrönten Dokumentarfilm von Lufe Steffen und lädt zur Diskussion.

"São Paulo in Hi-Fi" fängt die queere Szene der 1960er bis 80er Jahre der Metropole ein. Der Titel stammt von einem der ersten schwulen Clubs der Stadt , es ist auch der Name eines beliebten brasilianischen Wodka-Orangensaft-Cocktails, der dort serviert wurde. Obwohl die Zeit, die der Film behandelt, mit der Militärdiktatur kollidiert, ist die Ära fürs Aufblühen einer offenen LGBTIQ*-Szene bekannt: Es gab erstmals große Drag Shows, schwul-lesbische Diskotheken wie man sie aus New York kannte, Cruising-Bars und die ersten politischen LGBTIQ*-Demonstrationen, außerdem entstand eine aktivistische LGBTIQ*-Presse.

Man sieht im Film, wie die queere Szene aus der Innenstadt in die exklusiveren Viertel abwanderte. Ein Trend, der sich erst in den 2010wer Jahren umkehrte. Wegen der High-Society-Kundschaft wurden viele der Cluns legendär: Medieval, Nostro Mundo, Homo Sapiens und Village.

Als in den 1980er Jahren die Militärdiktatur zusammenbrach, brach auch Hoffnung auf ein besseres und liberalendes queeres Leben zusammen mit der Ausbreitung von HIV/Aids in Brasilien. Fast alle diese Clubs wurden geschlossen. Sie hatten bis dahin LGBTIQ*-Menschen eine Zuflucht geboten: denn auf der Straße und von ihren eigenen Familien wurden sie ausgegrenzt, teils sogar ermordet. Viele der Zeitzeug_innen im Film beschreiben  São Paulo vor 1990 als „Goldene Ära“ - und  sehen die heutige politisierte LGBTIQ*-Szene als vollkommen „unglamourös“ an.

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Aktuell 09. November 2017, 19.00h

Jann Schweitzer - Der gewöhnliche Homosexuelle revisited. Aktualität und Anspruch einer soziologischen Untersuchung über männliche Homosexuelle in der Bundesrepublik von 1974

Mit „Der gewöhnliche Homosexuelle“ legten Reimut Reiche und Martin Dannecker 1972 eine brillante Studie vor, die bis heute durch ihre Kombination aus Empirie, Kritischer Theorie und sozialpsychologischer Interpretation hochaktuell bleibt. Obgleich sich die Lage für Homosexuelle im Zuge der Liberalisierung in der BRD erheblich verbessert hat, sind die gesellschaftlichen Bedingungen, in und an denen Homosexuelle leben und leiden, nicht verschwunden. Mit dem Ende der kritischen Sexualwissenschaft in Deutschland 2006, verschwand auch das kritische Potenzial sexualwissenschaftlicher Forschung und so will der Vortrag noch einmal den Blick auf die Studie von Reiche und Dannecker richten, um an eine progressive Homosexuellenforschung zu erinnern und den kritischen Anspruch darin aufzeigen.

Jann Schweitzer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Goethe Universität Frankfurt am Main, mit dem Schwerpunkt Sexualpädagogik.

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Aktuell 26. November 2017, 18.30h

Konzert: Ein bisschen Leichtsinn: Ein queeres 1920er Jahre Berlin-Kabarett

1918-1933 war eine der markantesten Perioden der Kulturgeschichte, besonders in Berlin mit seinem vulkanisch aktiven Leben. In den drei Jahren nach dem Ende des ersten Weltkriegs entstanden in Deutschland über 200 Kabarett-Theater, davon 38 allein in Berlin. Vor dem Hintergrund enormer materieller Armut wurde fabelhafte Musik, Theater und Kunst geschaffen. Die Kabarettszene war raffiniert und sehr direkt, ihr Wortwitz ist bis heute unvergesslich. Viele der Melodien aus dieser Zeit leben im kollektiven Unterbewusstsein weiter. ZDF-Kulturchef Wolfgang Homering produzierte in den 90'ern für das ZDF 12 Sendungen über das deutsche Kabarett und schuf 2010 mit Mads Elung-Jensen dieses Kabarett, das später mit Dirk Rave weiterbearbeitet worden ist.

Sie erzählen in der Vorstellung von der Stadt, von der Zeit und von den Menschen - von Anita Berbers Tänze des Lasters, des Grauens und Extase, von Magnus Hirschfelds Institut der Sexualwissenschaft, von Marlene Dietrich und von Joseph von Sternberg. Vor allem führen sie die unsterblichen vor, Schöner Gigolo, armer Gigolo, Was kann der Sigismund dafür, Ich küsse Ihre Hand Madame und Ein Lied geht um die Welt und viele andere werden an dem Abend in den schönen Räumen des Schwulen Museum Berlins klingen.

Die Künstler

Mads Elung-Jensen und Dirk Rave wohnen beide in Berlin. Seit 2012 treten sie zusammen auf. Schon beim ersten gemeinsamen Auftritt wurde ihre außergewöhnliche Zusammenarbeit gelobt. Seitdem begeisterten sie volle Häuser in Dänemark und Deutschland sowohl mit dem Berliner Programm Ein bisschen Leichtsinn als auch mit Besessen – Besetzt.

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Aktuell 30. November 2017, 19.00h

Barbara Wackernagel-Jacobs, Rückblick auf ihre Diplomarbeit zur RotZSchwul aus dem Jahr 1975.

Barbara Wackernagel-Jacobs gibt im Rahmen unserer Ausstellung "Faszination Sex" einen Rückblick auf ihre Diplomarbeit zur RotZSchwul aus dem Jahr 1975.

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Aktuell 14. Dezember 2017, 19.00h

Michael Bochow, Vom Safer Sex zur Präexpositionsprophylaxe (PrEP): kurze Formeln für lange Wege.

 Die Entwicklung der Safer-Sex-Empfehlungen für schwule Männer durch die westdeutschen AIDS-Hilfen erfolgte in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre in kontroversen Debatten. Dabei waren die westdeutschen Safer-Sex-Botschaften höchst „permissiv“ im Vergleich zu den Niederlanden, wo zunächst vom Analverkehr abgeraten wurde, oder zu den USA, wo auch bei Fellatio zum Kondomgebrauch geraten wurde. Seit 1996 veränderten die antiretroviralen Medikamente die Situation grundlegend. Sie machten AIDS zu einer behandelbaren chronischen Krankheit. Martin Dannecker führte vor diesem Hintergrund die Unterscheidung zwischen dem „alten“ und dem „neuen“ AIDS in die deutschsprachige Diskussion ein. Seit Anfang der 2000er Jahre kam es zu einer Diskussion über eine Erosion des Safer Sex, in den Medien wurde über eine „zunehmende Sorglosigkeit“ debattiert. In den 2010er Jahren wurde, zunächst in den USA, in GB und in Frankreich, dann auch in Deutschland, die Einführung der PrEP (Prä-Expositionsprophylaxe) für alle gefordert. Diese Entwicklung soll nachgezeichnet und kritisch kommentiert werden.

Michael Bochow, Jg. 1948, Dr. rer.pol., Soziologe, von 1978 bis Ende 1986 tätig in der Bildungsforschung und Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, seitdem engagiert in   der sozialwissenschaftlichen AIDS-Forschung und Minderheitenforschung. Tätig am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung von September 2005 bis Juni 2012,  seitdem freiberuflich aktiv.
Zahlreiche Veröffentlichungen zur AIDS-Prävention für schwule Männer/andere MSM und zu den Lebenswelten schwuler Männer, u.a.: „Schwules Leben in der Provinz - Zum Beispiel Niedersachsen“ (Edition Sigma, Berlin 1998)
Veröffentlichungen zur sozialen Situation von Migranten mit muslimischem Hintergrund und gleichgeschlechtlichen Sexkontakten, (zusammen mit Rainer Marbach): "Homosexualität und Islam" (MännerschwarmSkript, Hamburg 2004)

Michael Bochow ist einer von 8 ExpertInnen, die für die Ausstellung interviewt wurden und in "Faszination Sex" an mehreren Audiostationen zu hören sind.

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