Führung 01. Mai 2017 - 30. Juni 2017

Öffentliche Führungen im Schwulen Museum*

Samstag, 13. Mai um 16:00 Uhr Führung zu Tapetenwechsel 2.1 auf English.

Donnerstag, 18. Mai um 18:00 Uhr Kurator_innenführung zu Siegfried Wagner auf Deutsch.

Samstag, 20. Mai um 16:00 Uhr Führung zu ğ – queere Formen migrieren auf Englisch.

Donnerstag, 25. Mai um 18:00 Uhr Kurator_innenführung zu Tapetenwechsel 2.1 auf Deutsch.

Samstag, 27. Mai um 16:00 Uhr Kurator_innenführung zu Siegfried Wagner auf Englisch.

Donnerstag, 01. Juni um 17:00 Uhr Führung zu Tapetenwechsel 2.1 auf Deutsch.

Samstag, 03. Juni um 16:00 Uhr Kurator_innenführung zu Siegfried Wagner auf Deutsch.

Donnerstag, 08. Juni um 18:00 Uhr Führung zu Tapetenwechsel 2.1 auf English.

Samstag, 10. Juni um 16:00 Uhr Kurator_innenführung zu Siegfried Wagner auf Deutsch.

Samstag, 17. Juni um 16:00 Uhr Führung mit der bekannten Tunte BeV StroganoV durch Tapetenwechsel 2.1 auf Deutsch.

Donnerstag, 22. Juni um 18:00 Uhr Kurator_innenführung zu Siegfried Wagner auf Deutsch.

Samstag, 24. Juni um 16:00 Uhr Führung zu Winckelmann - Das göttliche Geschlecht auf Deutsch.

Donnerstag, 29. Juni um 18:00 Uhr Führung zu Tapetenwechsel 2.1 auf English.

Die Führungen sind kostenlos, bezahlt werden muss nur der Eintrittspreis für das Museum* selbst.

Führungen für private Gruppen, Bildungsreisen etc. können unter fuehrungen(at)schwulesmuseum.de angefragt und gebucht werden. Für Führungen durch das Museum und seine Ausstellungen empfehlen wir eine Gruppengröße von maximal 25, für Führungen durch das Archiv maximal 15 Personen.

Aktuell 25. Mai 2017, 15.00h

Haarsalon mit Sabuha Salaam

Sabuha  ist eine queere Person des öffentlichen Lebens. Sie arbeitet gerne mit Menschen als Friseur/in, Bauchtänzer/in, Kaffeesatz und  Kartenleger/in. Außerdem ist sie Mitorganisator/in des Oriental Party Gayhane für LGBTQ Menschen. Sie hätte nicht gedacht, dass sie im Laufe ihres Berufswegs mal im Museum landet - aber jetzt ist es soweit!

Veranstaltung auf Deutsch.

Aktuell 25. Mai 2017, 18.30h

Die Verschwörung der Opernschwulen. Oder: Homophobie im internationalen Opernbetrieb. Eine Podiumsdiskussion

Man könnte meinen, das Thema Homosexualität in der Opernwelt sei heute kein Problem mehr – aber weit gefehlt. Erst im September 2016 schilderte die Kritikerin Eleonore Büning in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass „auffallend viele Schwule Oper toll“ fänden, aber dass ihre Begeisterung so „wahnsinnig anstrengend“ sei. Mehr noch: Die Opernschwulen würden sich neuerdings auch als politische Gruppe zusammenrotten, um Künstler_innen wie der georgischen Sopranistin Tamar Iveri das Berufsleben schwer zu machen, nachdem diese homophobe Bemerkungen auf Facebook gepostet hatte. Die Folge: Das gay friendly Opernhaus Sydney, wo Iveri auftreten sollte, schmiss sie raus! Büning findet das unerhört und unfair. Später erklärte sie gegenüber dem Schwulen Museum*, dass sie auch über unsere Siegfried-Wagner-Ausstellung voraussichtlich nicht berichten könne, weil das nicht in die FAZ passe. Warum genau, muss offen bleiben. Und wieso Le Monde aus Frankreich und El Mundo aus Spanien darüber berichten konnten, nicht aber die FAZ, bleibt weiterhin ein Geheimnis der deutschen Medienlandschaft.

Da fragt man sich schon, wie offen der Umgang mit dem Thema Homosexualität in der Opernwelt eigentlich ist. Der Blogger Johannes Kram hat eine gepfefferte (analytische) Büning-Replik veröffentlicht unter dem Titel „Die Verschwörung der Opernschwulen“ und gezeigt, dass es hier um knallharte Machtpolitik geht, die sich hinter einer schöngeistigen Feuilletonfassade versteckt. Und es geht um ideologische Grundsätze: Indem man manchen Themen keine Plattform gibt, verschafft man entsprechenden Gruppen keine Sichtbarkeit. Und wenn, dann nur eine negative, vor der man sich fürchten muss!

Unlängst brannte die Diskussion abermals auf, als ZEIT-Opernkritikern Christine Lemke-Matwey das komplette Kreativteam der Eduard II-Premiere an der Deutschen Oper Berlin „outete“ und beklagte, dass nicht mal Schwule selbst in der Lage seien, ein schwules Sujet künstlerisch wertvoll auf die Opernbühne zu bringen. Mit dem Verweis: Da sollten die Operntunten doch lieber Musik auf einer Gay Cruise im Mittelmeer machen, statt Staatssubventionen zu vergeuden. Es hagelte Proteste, u. a. vom Deutschen Bühnenverein. Aber war der satirisch zugespitzte Artikel von Lemke-Matwey wirklich homophob? Geht es nicht auch um homosexuelle Souveränität im Umgang mit Kritik?

Und wie homophob sind schwule Kritiker selbst, wenn sie sich lautstark über zu viel Cross-dressing und nackte Männerhaut in Inszenierungen von Barrie Kosky an der Komischen Oper Berlin beklagen oder wenn sie ihrerseits Eduard II verteufen? Wer darf da im aktuellen gesellschaftlichen Klima wie über wen sprechen? Frau Lemke-Matwey sagt selbst, sie habe das Gefühl, dass sich linker wie rechter wie schwuler Diskurs derzeit auf eine höchst ungute Art gegenseitig verstärken. "Humor wird da ebenso wenig verlangt wie freies Denken."

Über all diese Aspekte diskutieren wir im Rahmen der Siegfried-Wagner-Ausstellung mit Johannes Kram (Nollendorfblog), dem Opernkritiker Manuel Brug (Die Welt) und mit Christine Lemke-Matwey (Die Zeit) selbst. Hat sich das Klima in den letzten Jahren verändert, wie steht das deutsche Feuilleton im internationalen Vergleich da und gibt’s inzwischen mehr offen schwul-lesbische oder Trans* Künstler_innen im Opernbetrieb? Wieso kann ein Stardirigent wie Christian Thielemann nicht über deine sexuelle Orientierung und über seinen Lebenspartner in Interviews sprechen? Schadet ein „Outing“ nach wie vor einer Karriere im wertkonservativen Klassikbetrieb? Wieso sind ausgerechnet hochgebildete elitäre Opernfans (und Opernkritiker_innen) so reaktionär?

Die Moderation übernimmt Kurator Dr. Kevin Clarke; Fragen des Publikums sind erwünscht.

Eintritt 4 Euro

 

 

Aktuell 26. Mai 2017, 17.00h

Mama ğ - Ein Gespräch zwischen dem queeren Künstler Aykan Safoğlu und seiner Mutter Nevin Safoğlu

„Meine Mama – Nevin Safoğlu - ist 1942 in Istanbul geboren, wo sie weiterhin lebt. Sie ging, kurz nachdem sie mich mit 42 Jahren zur Welt gebracht hatte, in Rente. Nach ihrer Karriere bei einer Bank arbeitet sie heute, als 75–Jährige, für eine Kosmetikfirma. 2009 habe ich sie für Kaos GL - ein queeres Magazin aus Ankara - interviewt. Dieses Gespräch haben wir, mit einem Aufnahmegerät ausgestattet, in meiner Küche in Berlin begonnen, wo sie mich besuchen kam. Es war nicht einfach, eine gemeinsame Sprache zu finden. Nach einer Weile haben wir begonnen zu streiten, weil ich ihr Sohn und sie meine Mutter war. Ich sagte ihr, dass das, was sie da sagte, nicht der Wahrheit entsprach, sie hingegen bestand darauf, dass sie sich nicht ausdrücken könne…

Es war nicht ohne Spannung, uns an die Momente zu erinnern, in denen wir uns nicht zugehört hatten. Auf dem Höhepunkt der Anspannung haben wir das Aufnahmegerät beiseite gelegt und mit Papier und Stift weitergemacht. Ich schrieb die Fragen auf. Und sie die Antworten… Als Mutter und Sohn hatten wir eine Methode gefunden, die half zu verhindern, dass unsere vergangenen Sprachlosigkeiten oder die Sachen, die wir nicht hatten gemeinsam erleben können, dieses Gespräch heute und hier verbauten. Wie Grundschulkinder, die Stadt-Land-Fluss spielen, wollten wir von einander abschreiben – und dabei ist ein etwas missmutiges Gespräch entstanden.

Am 26. Mai werden wir noch einmal versuchen uns in einem öffentlichen Gespräch anzunähern. Dabei werden wir natürlich auch über Eltern-sein (parenting), queerness, meine künstlerische Praxis, unsere ausgewählten Familien und Migration reden.“

Dieses Gespräch wird in Türkischer Sprache stattfinden und konsekutiv ins Deutsche übersetzt.

Aktuell 28. Mai 2017, 16.00h

Screening: »Trans X Istanbul«

Der Film Trans X Istanbul(OmEU) wird unter freiem Himmel in Berlin gezeigt. Anschließend gibt es eine Podiumsdiskussion. (auf Türkisch und Deutsch)

Tausende Trans*Frauen leben in den großen Städten der Türkei. Zunehmend werden sie ermordet doch die Täter gehen meist straffrei aus. Ebru, eine Trans*Frau aus Istanbul, kämpft gegen die Morde an ihren Weggefährtinnen mit Humor, Selbstironie und politischem Scharfsinn. Umstrukturierung Istanbuls und die Proteste um den Gezi Park 2013 schwingen mit.

Website Trans X Istanbul

Preis: Special Mention Face Award 2014

Aktuell 29. Mai 2017, 16.00h

Finissage - Künstler_innen-Gespräch: Erinç Seymen

Hiermit möchten wir euch herzlich zu der Finnisage unserer Ausstellung "ğ – queere Formen migrieren“ einladen. Aus diesem Anlass heraus wird der an unserer Ausstellung beteiligte Künstler Erinç Seymen ein Podiumsgespräch über seine künstlerische Praxis mit dem Co-Kurator Emre Busse führen.
Erinç Seymen wurde in Istanbul geboren, wo er bis heute lebt und arbeitet. Er studierte an der Mimar Sinan Universität und der Technischen Universität Yıldız. Zu seinen jüngsten Ausstellungen zählen unter anderem die Einzelausstellung The Seed and The Bullet, Rampa, Istanbul (2012), Man Jam, Finnisches Museum für Fotografie, Helsinki (2007), sowie die Gruppenausstellungen Berliner Herbstsalon, Maxim Gorki Theater, Berlin (2013) und Panorama. Landscapes 2013–1969, Museo del Palacio de Bellas Artes, Mexico City (2013).

Veranstaltung auf Englisch.

Bild: Erinç Seymen - Sweet Memories 1

Aktuell 01. Juni 2017, 18.30h

Szenen aus Opern Siegfried Wagners II

Die ungarisch-rumänische Sopranistin Annamária Kászoni hatte bereits 2002 auf der Klavierolympiade in Rumänien den 3. Platz erobert. Ihr Gesangsstudium begann sie am Konservatorium in Wien. Anschließend studierte sie an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln, die sie nach Meisterkursen bei Dalia Schaechter und Christoph Pregardien 2016 mit dem Master-Abschluss beendete.

Im Wiener Konzerthaus, sang sie in Produktionen wie Le Grand MacabreCarmina Burana„Ich bin der Welt abhandengekommen“ (Gustav Mahler), gestaltete die weiblichen Hauptpartien in Operetten von Jacques Offenbach sowie die Olympia in Hoffmanns Erzählungen.

In Peter P. Pachls Neuinszenierung von Siegfried Wagners Oper An Allem ist Hütchen Schuld, 2016 in Bochum, sang und spielte sie das Hexenweibchen, die Müllerin und den Stern und wird in diesen Partien auch auf der demnächst bei Marco Polo erscheinenden DVD zu erleben sein.

Igor Horvat begann sein Konzertfachstudium Klavier an der Musikakademie der Universität Zagreb. 2011/12 erhielt er ein Stipendium, welches ihm ein Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in den Klassen von Prof. Noel do Carmo Flores und Prof. Jan Jiracek von Arnim ermöglichte. Sein Magisterstudium Klavier Konzertfach schloss er 2014 ab und setzt seine Ausbildung als Pianist mit einem Vokalkorrepetitionsstudium bei Prof. Carolyn Hague an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien fort.

Schon während seines Klavierstudiums konnte er erste Theatererfahrungen sammeln an der VIOA (Vienna International Opera Academy). Zudem unterstützte er kürzlich Alma Deutscher bei den musikalischen und szenischen Proben für ihre Uraufführung der Oper Cinderella in Wien unter der Schirmherrschaft von Zubin Mehta. Darüber hinaus wurde er zum Aspen Music Festival und School als Vocal Coach Fellow eingeladen. Dort wird er im Sommer 2017 für die Einstudierung der dortigen Opernproduktionen (Ravel’s L’enfant et les sortilegès und Bedford’s Seven Angels) zuständig sein.

Gespielt wird ein Flügel A-170 der Bayreuther Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne. www.steingraeber.de

Aktuell 03. Juni 2017, 20.00h

Femmosphere - Screening of Short Films by Coral Short and Lo Pecado

Coral Short und Lo Pecado zeigen eine Auswahl von kurzen, harten und zärtlichen Filmen, in denen Weiblichkeit gefeiert, verehrt und tiefergehend betrachtet wird. Von einer dystopischen Sicht von Femmes - bedroht durch Unsichtbarkeit, Misogynie und emotionaler Arbeit - über die utopische Fröhlichkeit weiblicher Magie laden sie die Zuschauer_innen ein, in die verschiedenen Facetten des Femme einzutauchen und ihre hexerischen Fähigkeiten und heilenden Energien im Museum* aus nächster Nähe zu erleben.

Die Filme werden in englischer Sprache gezeigt werden. Einlass ab 20:00, das Screening beginnt um 21:00. Danach Bar.

Aktuell 04. Juni 2017, 19.00h

QUEER, KUNST + UTOPIE - filmscreening und artist talk

Der Dokumentarfilm QUEER, KUNST + UTOPIE zeigt zeitaktuelle Kurzportraits von Queeren Künstler*innen in Berlin. In den 82 Filmminuten sprechen sie authentisch & persönlich über sich selbst, ihre Kunst und Visionen. In ihrer Kunst werden die miteinander verwobenen Themen Gender und Körper verhandelt, letzteres insbesondere als Projektions- und Reflektionsfläche. Doch die Queere Kunst bleibt nicht in der Genderdimension verhaftet: Gesellschaftskritik, eigens erlebte Ausgrenzungserlebnisse, Zugehörigkeit zu Minderheitengruppen verschiedenster Couleur (Trans*, Herkunft, Sexarbeit, Polyamourie, BDSM, u.a.). Diese Multidiversität der Themen, die sich teils überschneidenden Arbeitsansätze und Motivationen, spiegelt die Bandbreite der interviewten Queeren Künstler*innen wieder und gibt Einblicke in eine Berliner Oase im Jahr 2016.

Einlass um 19:00, Screening um 20:00. Im Anschluß: Künstler*innengespräch und Bar. Eintritt 3-6 EUR.

Ein Film von sissi. Beteiligte Künstler*innen: Yori Gagarim, Kay Garnellen, Sigrid Grajek, Kaey, Malte, Henna Räsänen, Mimi Monstroe, Tomka Weiss, Jenny Tale, Atlanta Athens, Tali Tiller, Lun Ario, Linda Havenstein, Mascha, Simon Schultz, Türe Zeybek, Magda Wystub, Alex Giegold, Ann Antidote und sissi. 

dokumentarfilm, 82 min, 2017, sissi // www.zweizwei.com

Aktuell 25. Juni 2017, 18.00h

Abschlusskonzert zur Siegfried-Wagner-Ausstellung: "Ein bisschen Liebe für dich!"

Siegfried Wagner - ein Leben zwischen fremden Erwartungen und persönlichen Wünschen. Durch seine eigene Musik erzählt sich der Zwiespalt zwischen seiner Position als einziger männlicher Erbe des Wagner-Clans und seiner Sehnsucht nach der Erfüllung schwuler Liebe. Stellvertretend für diese beiden Seiten erklingen neben seinen eigenen Kompositionen auch Werke aus seinem persönlichen Umfeld sowie aus der Unterhaltungskultur seiner Generation, die - im Gegensatz zur "seriösen" Musik - immer schon queere Themen und Figuren recht offen auf die Bühne stellen durfte.

Daniel Philipp Witte gilt als eine der großen Nachwuchshoffnungen im deutschen Heldentenor-Fach und durfte bereits im Rahmen der Bayreuther Festspiele sowie mit Weltstars des Wagner-Gesangs wie Waltraud Meier oder Siegfried Jerusalem seine Interpretation der Wagner-Helden vervollkommnen. Im August 2017 wird er sein Debüt als Faust (von Ch. Gounod) bei den Wernigeröder Schlossfestspielen geben.

Tim Stolte konnte bereits international als Heldenbariton reüssieren. In der kommenden Saison wird er als Méphistophélès in Ch. Gounods "Faust" bei den Wernigeröder Schlossfestspielen sowie als Simone in A. Zemlinskys "Eine florentinische Tragödie" an der Oper in Rennes (FR) debütieren. Zur Zeit ist er als Cover für die Partie des Fliegenden Holländer am Theater Lübeck engagiert.

Sänger: Daniel Philipp Witte, Tenor & Tim Stolte, Bass-Bariton
Pianist: Ralph Zedler

Programm: Siegfried und Richard Wagner, Clement Harris, Peter Cornelius, Emmerich Kálmán und Paul Abraham.