Event 07. Januar 2004, 19.00h

Heinz Lutter: Erinnerungen an das Kabarett der Nachkriegsjahre

In den ersten Nachkriegsjahren gab es einen wahren Boom an privaten Kabaretts und Theatergruppen. Sie bedienten das Bedürfnis nach Unterhaltung und Zerstreuung und behandelten aktuelle Themen wie Schwarzmarkt, Ostwest-Problematik und die Beziehung der deutschen Bevölkerung zu den Alliierten. Der Schauspieler Heinz Lutter hatte zahlreiche Engagements in diesen oft nur für kurze Zeit existierenden Ensembles, zu denen viele Homosexuelle zählten. Heinz Lutter berichtet über die Arbeitsbedingungen und Ausgehmöglichkeiten jener Jahre. Er erinnert an Kolleginnen und Kollegen wie Olga Rinnebach und Robert T. Odeman und berichtet von deren Stammlokal, der Gaststätte Gerda Kelch.

 

 

Event 29. Januar 2004, 19.00h

Andreas Pretzel: Die Hitlerei vernichtet mich erst jetzt

Vortrag vom Kulturwissenschaftler und Historiker Andreas Pretzel zum Schicksal verfolgter Homosexueller nach Ende der NS-Diktatur. Anhand von Fotos, Dokumenten und Fallstudien verdeutlicht der Herausgeber der Berliner Studie NS-Opfer unter Vorbehalt die vergeblichen Bemühungen um Rehabilitierung und Entschädigung sowie den Kampf gegen das weiter geltende Strafrecht. Im zweiten Teil werden auch laufende Forschungsprojekte zu den 50er und 60er Jahren vorgestellt und ein Überblick zu den Forschungsvorhaben dargestellt.

Event 31. Januar 2004, 18.00h

Lange Nacht der Museen

In allen Räumen des Schwulen Museums ist die Ausstellung "mittenmang": Homosexuelle Frauen und Männer in Berlin 1945 – 1969 zu sehen.
Im Rahmen dieser Ausstellung singt das beliebte Duo Domino und Régine mit französischem Charme und Berliner Witz live Chansons und Evergreens aus ihrem umfangreichen Repertoire. Auch in der Ausstellung "mittenmang" ist Domino präsent; sie war eine der ersten Herrenimitatorinnen, die in den 60er Jahren im Chez Nous und in der Troika in Berlin auftrat.
Die Live-Show-Acts finden um 20:00, 21:00, 22:00 und 23:00 Uhr in der ersten Etage statt.
Überraschungsgäste bringen Show- und Kabarett-Einlagen, Lesungen und Musik aus der Zeit um 20:30, 21:30, 22:30 und 23:30 Uhr, im Erdgeschoß.
Darüber hinaus können die Besucher in laufender Abfolge mehrere Dokumentarfilme zur Situation von homosexuellen Frauen und Männern während den 1950er und 1960er Jahren sehen: …viel zu viel verschwiegen von Christina Karstädt und Anette von Zitzewitz (BRD 1992) präsentiert Biographien von 14 Frauen in der DDR und The Secret Club von Medienoperatorene (Norwegen 2003) berichtet über die 1. norwegische Homosexuellenorganisation Forbundt of 1948.

Event 04. Februar 2004, 19.00h

Tille Ganz: Filmportraits

Tille Ganz präsentiert ihren Portraitfilm über Kitty Kuse, den sie in der Zeit von 1985-1994 zusammen mit Christiane von Lengerke machte. Anschließend besteht die Möglichkeit zu einem Austausch über biografisches Arbeiten. Anfang der 70er Jahre, in der Zeit des grossen Auf- und Ausbruchs für Lesben und Schwule, gründete Kitty Kuse die Gruppe L74 (L steht für Lesbos). Die Filmemacherin ist spezialisiert in Frauen und Künstlerinnenportraits. Demnächst hat ihr Film über die Malerin/Bildhauerin Doli Hilbert, deren Biografie auch in der laufenden Ausstellung "mittenmang" – homosexuelle Frauen und Männer in Berlin 1945-1969 zu sehen ist, Premiere

Lesung 11. Februar 2004, 19.00h

Pieke Biermann: Krimis

Was haben Pieke Biermanns Kriminalgeschichten und die laufende
Ausstellung im Schwulen Museum gemeinsam? Beide richten ihren Blick auf
Berlin sowie auf schwule und lesbische Persönlichkeiten. Was ist der
kleine Unterschied zwischen beiden Produktionen? Die Ausstellung
"mittenmang" – Homosexuelle Frauen und Männer in Berlin 1945-1969 zeigt
Ausschnitte aus dem realen Leben, die Autorin schafft ihre Figuren nach
der Wirklichkeit. An diesem Abend liest und erzählt Pieke Biermann im Schwulen Museum. Sie stellt eine ganz spezielle Verbindung zur Ausstellung her und stellt ihre lesbischen und schwulen Polizeibeamten und andere Berliner_innen vor.

Aktuell 15. Februar 2004

Wir sagen danke

Dankeschön-Empfang zum Abschluss der Ausstellung mittenmang: Homosexuelle Frauen und Männer in Berlin 1945-1969 mit Zeitzeugen und Leihgebern.

Event 18. Februar 2004, 19.00h

Privat-Parties in Ost-Berlin

Ab 1964 fanden große private Feiern in den Wohnungen verschiedener Gastgeber in Karlshorst, Rosenthal, Treptow und Bohnsdorf statt. Sie waren Ausdruck des Selbstbewußtseins einer neuer Generation von Homosexuellen in Ost-Berlin. Die aufwendigen Einladungen zu den Parties waren selbst gestaltet und gedruckt. Es wurden ganze Programme geboten, bei denen nicht selten prominente Schauspieler und Tänzer auftraten.
Gezeigt wird ein Video mit dem Programm der Party Das rothe Rhinocerus, die am 20. November 1971 in Bohnsdorf stattfand. Durch das Programm führte Madame Yvette de Sadowa. Anwesend sind der damalige Gastgeber Wolfgang Winkler und Gäste. Wolfgang Winkler stellt auch den Stasi-Bericht über diese Party vor.

Event 17. März 2004

Präsentation unserer neuen Homepage

Neben der Präsentation unserer neuen Website wurden auch kommende Ausstellungen und Veranstaltungen vorgestellt.

Lesung 14. April 2004, 19.00h

Unterwegs - Lyrik, Prosa und Musik

Unterwegs ist ein literarisches Programm des Autors Roland Schmid-Paleski mit Gedichten und Prosa aus den Jahren 1978 bis 2003, gelesen mit seinem Lebensgefährten Wolfgang Ikert und ihrem Freund René Gummelt. Musikalisch werden sie begleitet von Ronith Mues Harfe. Unterwegs entwickelte sich durch Gedichte aus dem Lyrikband Ein Falterleben lang erschienen 2003 im Zwischenbereiche-Verlag Berlin, sowie der noch unveröffentlichten Prosa Das Dorf. Der Autor beschreibt darin Gefühle, Gedanken, Träume, Begebenheiten, Betroffenheiten, Schmerzen durch Tod und Verlust von Liebe aber auch das Glück, angekommen zu sein auf einem eigenen Weg.

Lesung 21. April 2004, 19.00h

Neuköllnbuch

"Arm dran und hart drauf" - in etwa so umschreibt ein gängiges Klischee den Berliner Bezirk Neukölln. Zwei Texte im kürzlich beim Verbrecherverlag erschienenen Neuköllnbuch erzählen davon, was passieren kann, wenns dann auch noch schwul zugeht. Während bei Thomas Keck ein Azubi der Berliner Polizei auf der Wache seinem soeben verhafteten Nachbarn begegnet, trifft in der Erzählung von Leonhard Lorek ein Hardcorekiffer nachts im Chatroom einen Bekannten wieder, der seine sexuellen Obsessionen geändert hat. Beide Geschichten von überraschenden Begegnungen und deren Folgen lesen Thomas Keck und Leonhard Lorek im Schwulen Museum.

 

 

Lesung 05. Mai 2004

Frank Clare: Zwei Welten

Der Roman The Cloven Pine, der unter dem Titel Zwei Welten erstmals im Herbst 2003 als deutsche Übersetzung vorgelegt wurde, stammt aus der Feder des Briten Frederick W. Clayton und erschien im Jahre 1942 unter dem Pseudonym "Frank Clare" bei dem Londoner Verlag Secker & Warburg. Geschildert wird die politische und gesellschaftliche Situation im Nazi-Deutschland der späten 1930er Jahre aus der Perspektive des britischen Protagonisten David Beaton, der für kürzere Zeit an einer deutschen Schule als Englischlehrer tätig ist. Zwischen dem jungen Lehrer und einem seiner Schüler, dem sechzehnjährigen sensiblen Götz, entwickelt sich eine komplexe Freundschaft.

Lesung 09. Mai 2004, 20.00h

Lutz van Dijk: Einsam war ich nie. Schwule unter dem Hakenkreuz 1933–1945

Anhand von elf Porträts schildert Lutz van Dijk unter Mitarbeit von Günter Grau in Einsam war ich nie. Schwule unter dem Hakenkreuz 1933–1945 das Leben homosexueller Männer während der Nazi-Diktatur und der Nachkriegszeit bis zur Liberalisierung des § 175 im Jahre 1969. Es sind Erinnerungen an die Verfolgungen durch das Nazi-Regime, aber auch an glückliche Momente der Liebe und der Freundschaft.
Für sein politisches und soziales Engagement wird Lutz van Dijk in diesem Jahr in Osnabrück mit dem Rosa Courage Preis ausgezeichnet.

Event 19. Juni 2004, 11.00h

Lesbisch-Schwules Stadtfest am Nollendorfplatz

Auch in diesem Jahr ist das Schwule Museum auf dem in ganz Europa bekannten und beliebten Lesbisch-Schwulen Stadtfest rund um den Nollendorfplatz mit einem Infostand vertreten. Eine Woche vor dem CSD werden auch in diesem Jahr wieder hunderttausende Besucher zum gemeinsamen Feiern, Informieren und Kontakte knüpfen erwartet.Wir präsentieren uns als Teil der lesbisch-schwulen Community und sind mit unserem Stand in der Fugger- Ecke Kalckreuthstraße zu finden.

Event 29. August 2004, 14.00h

Hoffest am Mehringdamm

Das Schwule Museum präsentiert vier Ausstellungen: Michel Foucault: Hommage zum 20. Todestag, Hans-Ulrich Buchwald: Im schwebenden Zustand das Gleichgewicht halten - Jürgen Wittdorf - Um Berührungen zu vermeiden, Detlef aus dem Kahmen: Von Märtyrern und heiligen Bildern und Patrick Angus: My heart goes bang bang bang bang.
Die vier Einzelausstellungen sind nun parallel zu sehen und erlauben einen Überblick über homoerotische Bildwelten und Metaphern zwischen 1950 und 1980.
Von 16 bis 21:30 Uhr präsentieren zahlreiche Stars und Sternchen der Community ein abwechslungsreiches Showprogramm im Wechsel auf zwei Bühnen in beiden Höfen. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgen mehrere Bars und ein vielfältiges Angebot an Speisen vom Grill und anderen Spezialitäten.

Event 06. Oktober 2004, 19.00h

Michel Foucault in Berlin

Am Mittwoch, den 6. Oktober findet eine Sonderführung durch die Ausstellung Michel Foucault : Hommage zum 20 Todestag mit dem Kurator Wolfgang Theis statt. Im Rahmen dieser Führung zeigt die Journalistin Agnes Handwerk das von ihr zusammengestellte Video Michel Foucault in Berlin.
Im Dezember 1977 kam Michel Foucault nach Berlin um sich ein Bild von der Situation nach dem "Deutschen Herbst" zu machen. Er kam auf Einladung des Merve-Verlages, der damals bereits zwei Bücher mit Schriften Foucaults veröffentlicht hatte. Foucault geriet auf Grund einer Denunziation unter RAF-Verdacht und wurde mit großem Polizeiaufgebot verhaftet. Der französische Philosoph und Autor von "Überwachen und Strafen" wurde selbst Opfer staatlicher Übergriffe. Zurück in Paris nahm Foucault in einem SPIEGEL-Interview ausführlich dazu Stellung. Weitere Interviews mit Daniel Defert und Didier Eribon runden das Video ab.

Event 13. November 2004, 17.00h

Künstlergespräch mit Rinaldo Hopf

Rinaldo Hopf (Berlin/New York) hat sich im Bereich erotischer Fotografie und Kunst international einen Namen gemacht, indem er sich spielerisch zwischen Fotografie und Malerei, Pornografie, Pop und Konzeptkunst bewegt. In diesem Sommer erhielt er den von der New Yorker Galerie ART@LARGE ausgelobten Grand Prize für erotische Kunst. Diese Galerie richtet ihm im Januar 2005 eine Einzelausstellung aus. Ganz im Zeichen seines Credos ART = LOVE steht die im Schwulen Museum gezeigte Foto-Installation "AMORE".
Während des Künstlergesprächs wird Rinaldo Hopf sein gerade publiziertes FotoKunst-Buch Subversiv vorstellen. Es besteht Gelegenheit zum Erwerb von signierten Exemplaren.

Event 06. Dezember 2004

Eröffnung der Dauerausstellung

Als Höhepunkt des Jahres eröffnet das Schwule Museum pünktlich zu seinem 19. Geburtstag am 6. Dezember 2004 eine Dauerausstellung zur schwulen Geschichte Deutschlands mit Schwerpunkt Berlin.
Die Dauerausstellung wird einen komprimierten Überblick über schwule Geschichte von 1790 bis 1990 geben: ihre Widersprüchlichkeiten und Entwicklungen aufzeigen, ihre Beziehungen zu anderen sozialreformerischen Bewegungen darstellen.

Event 16. Dezember 2004, 19.00h

Zum 100. Geburtstag von Robert T. Odeman

Anlässlich des 100. Geburtstages des Kabarettisten und Textdichters Robert T. Odeman rezitieren sein Adoptivsohn Günther Odeman-Nöring und der Schauspieler Heinz Lutter Texte von Odeman und erzählen aus seinem Leben. Vorgestellt wird auch eine CD mit Texten und Liedern des Künstlers.