Lesung 19. April 2006

Buchpräsentation: Mein schwules Auge 3

Mein schwules Auge 3 versammelt künstlerische und sexuelle Abenteurer und Exoten jeder Couleur, darunter viele neue Talente neben solchen, die sich in der internationalen Kunstszene längst einen Namen gemacht haben. Bei der Auswahl der Künstler und Bildbeiträge hat der Kurator Rinaldo Hopf den Blick über Europa hinaus auf neue, ungewöhnliche Ausdrucksformen gerichtet und insbesondere nach jungen oder in Deutschland bisher wenig bekannten Künstlern Ausschau gehalten, die sich abseits des gefälligen und damit auch schnell langweilenden Mainstream bewegen. Künstler, die in ihren Bildern der schwulen Liebe, Lust, Sexualität und dem schwulen Selbstverständnis inhaltlich als auch formal individuellen Ausdruck verleihen. Fündig geworden ist er dabei in Tel Aviv, Palm Springs und Shanghai, vor allem aber in Wien, Berlin, Amsterdam und New York.
Es lasen die Autoren Jan Gympel, Oliver Spott, Sven Weidner, Florian Frei und Markus Dullin.

Event 04. Mai 2006, 19.00h

Jacques d’Adelswärd-Fersen - Dandy und Poet

Wer Capri besucht hat, kennt seine Villa, und manchen ist er als Romanheld wider Willen aus Roger Peyrefittes Exil in Capri ein Begriff: Jacques d'Adelswärd-Fersen (1880–1923). Als Autor von Romanen und vor allem Gedichten heute weitgehend vergessen, ist mit seinem Namen nicht nur die Villa Lysis verbunden, sondern vor allem ein Skandal: 1903 wurde der junge Jacques wegen "Verleitung von Minderjährigen zu Ausschweifungen" verhaftet und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Zusammen mit Freunden hatte er erotische "Lebende Bilder" inszeniert, die in der Presse als Schwarze Messen skandalisiert wurden. Als Pariser Dandy und als markante Figur der "homosexuellen Kolonie" auf Capri wurde er selbst zu einer literarischen Gestalt.
Wolfram Setz führt unterhaltsam in Leben und Werk Fersens ein, mit historischem Filmmaterial über die Villa Lysis, Vertonungen von Gedichten des Dandypoeten - und Fersens Roman Lord Lyllian von 1905, der jetzt erstmals auf deutsch erscheint.

Lesung 17. Mai 2006

Hamburg auf anderen Wegen

Die beiden Autoren Bernhard Rosenkranz und Gottfried Lorenz haben mit ihrem Buch erstmalig die Geschichte der homosexuellen Männer einer deutschen Großstadt von der Weimarer Republik bis zur Gegenwart nachgezeichnet. In den 20er Jahren hatten in Hamburg zahlreiche Theaterstücke mit homosexueller Thematik ihre Uraufführungen. Kaum jemand weiß, dass Hamburg in den 50er Jahren die deutsche Schwulenhochburg war. Damenimitatoren wie Ramonita Vargas und Marcel André begannen ihre Karrieren in Hamburg. Die Schattenseiten dieses vermeintlich liberalen Klimas in der Hansestadt waren das Tanzverbot für Homosexuelle, Toilettenverbotsscheine und die Hamburger Spiegelaffäre. Auch in der Schwulenbewegung der 70er und 80er Jahre spielte die Hansestadt in einigen Bereichen eine führende Rolle.
Bernhard Rosenkranz und Gottfried Lorenz lesen nicht nur aus ihrem Buch, sie berichten auch von den Geschichten, die sie während ihrer Recherchen erlebten. Bildmaterial und Musikbeispiele sorgen für einen spannenden Abend.

Event 15. Juli 2006, 11.00h - 16. Juli 2006

Lesbisch-schwules Stadtfest

Am Samstag und Sonntag findet wieder das traditionelle lesbisch-schwule Stadtfest am Nollendorfplatz statt, zu dem auch in diesem Jahr wieder Tausende Besucher erwartet werden. Das Schwule Museum präsentiert sich an altbekannter Stelle in der Fuggerstraße Ecke Kalchkreuthstraße. Wir informieren über unsere aktuellen Ausstellungen und Projekte und halten vielfältiges Informationsmaterial und Publikationen zu unseren Aktivitäten bereit. Unsere Kollegen und Kolleginnen stehen für Fragen, Anregungen und Kritik oder einfach nur zu einem Plausch zur Verfügung; wir freuen uns auf interessante Gespräche mit Ihnen!
Am Samstag, den 15. Juli ist der Infostand 11-24 Uhr, am Sonntag, den 16. Juli 11-22 Uhr besetzt.