Event 29. Januar 2011, 18.00h

Lange Nacht der Museen: Leseperformance "Genet non-stop"

Im Rahmen der Genet-Ausstellung lesen Schaupieler_innen Texte von und über den Pariser Schriftsteller, dessen autobiografische Werke sich um Diebstahl, Mord, Verrat und Homosexualität drehen und seinerzeit Entrüstung und Publikationsverbote auf sich zogen.
Archiv und Bibliothek sind während der Langen Nacht durchgehend geöffnet, regelmäßige Führungen finden statt. Das Personal steht für Nachfragen zur Verfügung.

Event 03. Februar 2011, 19.00h

Film Screening: FOCUS GENET. 8 Sätze aus DDR-Perspektive und 1 Zukunftsaussicht

In der DDR gab es auch Genet. Die Theater spielten den provozierenden französischen Dichter erst ab Ende der Siebziger Jahre - DIE ZOFEN mit Männern. Thema wurde Genets Konfrontation nicht; und Homosexualität war zwar kein Problem in der DDR, kam aber offiziell auch nicht vor. Wie erlebte ein junger schwuler und unabhängiger Intellektueller in der DDR den Autor Genet, welche Sicht auf die Gesellschaft vor und vor allem nach der Wende konnte er ihm vermitteln? Für das Symposium Jean Genet und Deutschland (Dezember 2010, FU Berlin) hat Olaf Brühl, den die Lektüre Genets seit seinem 20. Lebensjahr freundschaftlich begleitet, zum 100. Geburtstag des Autors Freundinnen und Freunde interviewt und einen ebenso persönlichen wie assoziativen Film präsentiert, der an diesem Abend im Schwulen Museum gezeigt wurde.

Lesung 24. März 2011

Tania Witte: beziehungsweise liebe

Tania Witte lebt und schreibt seit 2004 in Berlin. Die Schriftstellerin, Journalistin und Spoken-Word-Performerin ist Mitherausgeberin des ebenfalls im Querverlag erschienenen Bandes Drag Kings. Um der Stille des Schreibens etwas entgegenzusetzen, gründete sie mit einigen anderen Künstlerinnen „Shut Up And Speak“, die Berliner Spoken-Word-Bühne für Frauen und Trans*.
beziehungsweise liebe ist ihr erster Roman.

Event 01. April 2011

Pascal, Gödel, Wittgenstein

Live-Performance und Vortrag der österreichischen Filmregisseurin und Performance-Künstlerin Mara Mattuschka.

Event 14. April 2011

Filmpremiere: Wittgenstein

Screening of the movie Wittgenstein by Derek Jarman as a part of the exhibition Ludwig Wittgenstein. Verortungen eines Genies

Lesung 26. April 2011

Vom Sprechen und Pfeifen: Aus Anlass des 122. Geburtstags von Ludwig Wittgenstein

Lesung von Bernhard Schütz (Berlin) mit der musikalischen Begleitung des Kunstpfeifers Helmuth Drevs (Merseburg)

Lecture 01. Mai 2011

David G. Stern: On Dialogues – Wittgenstein's Literary Style and Philosophical Methods

Führung 15. Mai 2011, 15.00h

Führungen zum Internationalen Museumstag

Führung durch die Dauerausstellung mit Karl-Heinz Steinle (Kurator der Dauerausstellung und Geschäftsführer des Schwulen Museums) und die Führung durch Bibliothek und Archiv mit Dr. Jens Dobler (Archivleiter).

Event 07. Juni 2011

Ludwig Wittgenstein at the Movies - Kurzfilmprogramm

mit musikalischem Beitrag von Wolfgang Müller (Die tödliche Doris)

Lecture 08. Juni 2011

Der Satz – ein Wortgemälde? Bild und Text bei Ludwig Wittgenstein

Matthias Kroß (Universität Potsdam) und Thomas Macho (Humboldt-Universität zu Berlin) im Gespräch im Rahmen der Ausstellung Ludwig Wittgenstein. Verortungen eines Genies

Lesung 08. Juni 2011, 20.00h

Lange Nacht der Bibliotheken - Lesung: In Schrebers Garten

Maria Brendel liest aus Klaas Huizings Roman In Schrebers Garten, dessen Bearbeitung dieses Jahr am Mainfranken Theater Würzburg uraufgeführt worden ist.
Nachdem Dr. jur. Daniel Paul Schreber 1903 seine Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken veröffentlichte, entwickelte Sigmund Freud 1910 daraus seine Paranoia-Theorie, wonach Paranoiker an der Bewältigung ihrer unbewussten Homosexualität scheitern.
Bei der Lesung sind anwesend und diskutieren im Anschluss mit dem Publikum: Autor Klaas Huizing und Kai Tuchmann, der leitende Schauspieldramaturg am Mainfranken Theater Würzburg.

Event 16. Juni 2011, 16.00h

Alles schwul? Geschichte und Zukunft von Schwulenbewegung und Populärkultur

Aus bewegungshistorischer, wissenschaftlicher und künstlerischer Perspektive wird gefragt, welche Auswirkungen die Euphorie der 70er Jahre für die zeitgenössische Populärkultur hatte – und für schwule und männliche als auch lesbische Selbstverhältnisse.
Die öffentliche Podiumsdiskussion findet statt im Rahmen der Tagung Das Private wird öffentlich. Techniken der Selbstdarstellung um 1970 des Forschungsprojekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Medienamateure in homosexuellen Kulturen unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Regener in Kooperation mit dem Schwulen Museum.
Es diskutieren: Henning Bech (Soziologe, Universität Kopenhagen), Ilona Bubeck (Querverlag, Berlin), Semirah Kenawi (Archiv GrauZone, Berlin), Elmar Kraushaar (Publizist, Berlin), Die Moderation übernimmt Birgit Bosold (Schwules Museum Berlin).
Einleitend werden das DFG-Forschungsprojekt und seltene Super-8-Filme von Derek Jarman durch Philipp Fürnkäs (Julia Stoschek Foundation, Düsseldorf) vorgestellt.

Event 30. Juni 2011, 19.30h

Diane Torr: Sex, Drag und Male Roles

Diane Torr beschäftigt sich als Performance Künstlerin seit 30 Jahren mit Geschlechterrollen. Sie ist Pionierin der Drag King Performance und international bekannt für ihre Gender Transformation Workshops, mit denen sie 1989 in New York begann.
Das Buch Sex, Drag and Male Roles mischt Diane Torrs persönlichen Berichte und Kommentare mit kritischen Reflektionen und Kontextualisierungen des Performance-Kritikers Stephen Bottom.
Vortrag mit Film- und Bildmaterial („25 Years of Sex and Drag“), Podiumsdiskussion (Sex, Drag, and Male Roles) und Performances von Diane Torr, Bridge Markland, Marlon Brandy, Toni Transit, Moritz G. und anderen.
Die Veranstaltung findet in englischer und deutscher Sprache statt. Es gibt keinen Dresscode, Bärte sind jedoch bei Bedarf vor Ort erhältlich.

 

 

Lesung 07. Juli 2011, 19.00h

Tanja Walther-Ahrens: Seitenwechsel - Coming-Out im Fußball

Tanja Walther-Ahrens, Sportwissenschaftlerin und ehemalige Spielerin von Turbine Potsdam, befasst sich in ihrem Buch Seitenwechsel – Coming-Out im Fußball mit einem jüngst viel und heftig diskutierten Thema: Homosexualität im Fußball. Diese Männerdomäne schlechthin ist einer der konservativsten Bereiche unserer Gesellschaft: absolut fortschrittsresistent. Gibt es sie wirklich, die schwulen Fußballer? Oder die lesbischen Fußballspielerinnen? Und was würde wohl geschehen, wenn sich hierzulande der erste Profifußballer outete? Mit ihrem
Buch will Tanja Walther-Ahrens eine Lanze brechen für mehr Toleranz und weniger
Homophobie in diesem so auf Geschlechterrollen fixierten Sport, der die Aufmerksamkeit der Massen auf sich zieht.

Event 08. Juli 2011, 17.45h

Querpass – Lange Filmnacht zum Frauenfußball

Das Schwule Museum und CinemaxX stellen in Kooperation mit der Kinothek Asta Nielsen drei ausgewählte Dokumentarfilme vor, die den Frauenfußball aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.
17.45 Uhr: In Die schönste Nebensache der Welt – Damenfußball in Deutschland (Tanja Bubbel, 56 Min., Deutschland 2009) berichten acht Pionierinnen des Frauenfußballs von ihren Erlebnissen in einer Zeit, in der Frauen noch nicht selbstverständlich kickten – wunderbar illustriert mit Fundstücken der Fernsehberichterstattung aus Ost und West.
19.00 Uhr: Football Under Cover (David Assmann und Ayat Najafi, 86 Min., Deutschland 2008) dokumentiert das erste offizielle Freundschaftsspiel zwischen der Frauennationalmannschaft des Iran und einer Berliner Mädchenbezirksmannschaft in Teheran 2006.
21.00 Uhr: Der Film Hana, dul, sed ... (Brigitte Weich, 98 Min., Österreich 2009) porträtiert vier ehemalige nordkoreanische Fußballnationalspielerinnen in ihrer Heimat – ein seltener und besonderer Blick hinter die Mauern eines extrem abgeschotteten Landes.

Event 14. Juli 2011

Geburtstag: rosa Winkel, Wolfram Setz

Die Bibliothek rosa Winkel wird 20 und ihr Herausgeber und Initiator, Wolfram Setz, feiert seinen 70. Geburtstag.

Event 27. August 2011, 19.00h

Lange Nacht der Museen - „andererseits. Künstlerische Einwürfe zur Frauenfußball-WM 2011“, eine Performance von Juliane Tübke und Tania Elstermeyer, Buch- und Trödelmarkt der Bibliothek

Sonderausstellung andererseits. Künstlerische Einwürfe zur Frauenfußball-WM 2011 erforscht die interessante Gemengelage zwischen Geschlecht, (Homo-)Sexualität und Fußball und thematisiert Fußball als ein Feld des „doing gender“, als einen sozialen und kulturellen Spielraum, in dem es auch und durchaus konflikthaft um die gesellschaftliche Geschlechterordnung geht.
Das Programm zur Langen Nacht umfasst Künstler_innen-Gespräche und Kurzführungen und die Performance LEGENDE von Tania Elstermeyer und Juliane Tübke. Im einstündigen Rhythmus wird ein stilisiertes Spiel dreier Athlet_innen zu sehen sein, das zur Kontemplation über die neuen Helden des Fußballs einlädt.
Ein Buch- und Trödelmarkt der Bibliothek findet im Hof des Schwulen Museums statt.

Führung 08. September 2011, 14.00h

Öffentliche Führung anlässlich des Besuchs von John Palatinus

Vom 7.9. bis zum 15.10.2011 wird eine Ausstellung im Berliner Café des Artistes ein Highlight schwuler Kulturgeschichte präsentieren: Der US-amerikanische Fotograf John Palatinus (geb. 1929) gilt als einer der Pioniere der frühen Körperfotografie („Physique Photography“) in den fünfziger Jahren.
Im Rahmen einer Kooperation mit dem Ausstellungsprojekt findet zu Ehren von und für John Palatinus eine Führung durch die Dauerausstellung des Schwulen Museums statt, zu der wir Sie alle herzlich einladen.

Event 29. September 2011, 19.00h

Laura Méritt: Pornokratie – Sex im Spielfilm

Wie wird Sexualität im Kino präsentiert? Welche Möglichkeit gibt es, Geschlecht explizit, grenzüberschreitend und reflektiert darzustellen? Am Beispiel von Catherine Breillats Film Pornokratie diskutiert die Initiatorin des Feministischen Pornofilmpreises Laura Méritt die Gleichberechtigung der Geschlechter in der Darstellung auf der Leinwand.
Catherine Breillat ist eine viel diskutierte Filmemacherin und Pionierin der Darstellung weiblicher Sexualität. In all ihren Werken ist Sexualität ein Weg zur Identitätsfindung.

Lecture 25. Oktober 2011, 19.00h

James I. Martin: Lebenszeiten – Historische und biographische Zeitperspektiven in der Queer-Forschung

Sexuelle Identitäten und Geschlechterrollen veränderten sich im Verlauf der Geschichte, und sie ändern sich weiterhin, weil sie sozialgeschichtlich bedingt sind. Außerdem können sich sexuelle Identitäten und Geschlechterrollen im Verlauf der individuellen Lebenszeit wandeln. Der Vortrag verbindet die gegenwärtige Queer-Forschung mit historischen Perspektiven und zeigt, wie beides - der historische Zeitverlauf und die individuelle Lebenszeit - zur Durchführung und im Verständnis sozialwissenschaftlicher Queer-Forschung bedeutsam sind.

Lesung 03. November 2011, 19.00h

Nathalie Percillier: In the Milk - Die Abenteuer einer Kuh von schlichtem Gemüt

Die Regisseurin Nathalie Percillier, auf den Berliner Filmfestspielen schon zweimal mit dem Teddy ausgezeichnet, hat ein Buch geschrieben: In the Milk – Die Abenteuer einer Kuh mit schlichtem Gemüt, die perfekte Mischung aus Trash, Tiefsinn und Turbulenz inklusive einer dramatischen Liebesgeschichte. Sie präsentiert es im Schwulen Museum und dazu zeigt sie zwei Kurzfilme (Utes Ende, Heldinnen der Liebe).

Event 12. November 2011, 14.00h

Tribaden, Femmes und Kesse Väter - Langer Tag der Lesbengeschichte(n)

Wie im letzten Jahr widmet das Schwule Museum auch in diesem Spätherbst wieder einen ganzen Samstag Nachmittag mit verlängerten Öffnungszeiten der Lesbengeschichte. Mit Führungen und Kurzvorträgen in den laufenden Ausstellungen und einem Vortrags- und Filmprogramm.

Lesung 23. November 2011, 19.00h

Rainer Hörmann: Immer wieder samstags

Die schwule Welt vermisst ihre Feinde. Selbst der schwule Bürgermeister freut sich riesig, wenn der Papst nach Berlin kommt, und steht zur Begrüßung bereit. Was tun mit so viel Gleichberechtigung und Toleranz? Ist die einzige Vision, die die schwule Welt für die Zukunft hat, das Altenheim für Homosexuelle? Eine Art Selbstvergessenheit macht sich in der schwulen Welt hierzulande breit. Die eigene Geschichte wird von halbgaren Mythen zusammengehalten und droht uns in einer gesichts­losen Konsumgesellschaft abhanden zu kommen. Sind schwule Geschichte und ernsthafte Rituale nicht längst Teil der „Fakelore“ einer unermüdlichen Eventkultur geworden?
In Immer wieder samstags unterzieht Autor Rainer Hörmann die schwule Welt einer neuerlichen Betrachtung und hinterfragt ihre Rituale und Mechanismen.

Lesung 24. November 2011, 20.00h

Perihan Magden: Eli und Ramazan

Der neue Roman der türkischen Bestseller-Autorin: eine dramatische schwule Liebesgeschichte aus dem modernen Istanbul, beruhend auf einer wahren Begebenheit. Erschütternd, ergreifend und packend.
Podiumsgespräch und Lesung mit der Autorin Perihan Mağden und Kai Strittmatter (Türkeikorrespondent der Süddeutschen Zeitung).