Aktuell 14. Januar 2016, 19.00h - 14. Januar 2016

Buchpräsentation mit Krista Beinstein

Die Aktionskünstlerin Krista Beinstein stellt ihren neuen und 10. Bildband: "Sinfonie des Lebens" im Schwulen Museum* vor: Eintauchen in eine künstlerische Welt voll mit sinnlich-erotischen bis bizarr-grotesken Bildgeschichten. Es ist eine Bildpräsentation im Gespräch mit Medienwissenschaftlerin Claudia Reiche.

Krista Beinstein beschäftigt sich seit Jahren mit dem Überschreiten von Grenzen und Exzessen in der weiblichen Sexualität, vor allem geht es ihr hierbei un die Transformation. Ihre Inszenierungen weiblicher Lust gehören zu den radikalsten Arbeiten im Bereich der erotischen Kunst.

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Book presentation with Krista Beinstein

The action aritst Krista Beinstein presents her 10th new picture book: "Sinfonie des Lebens": plunge into an artistic world of sensual-erotic and weird-grotesque stories. It will be a picture presentation with media scientist Claudia Reiche.

Krista Beinstein deals with crossing limits and excesses in the female sexuality, her interest lies in transformation. Her staging of female lust are part of the most radical works in the area of erotic art.

Aktuell 23. Januar 2016, 19.00h - 23. Januar 2016

“No Straight Lines” – Lesung mit Justin Hall

Im Rahmen unserer Ausstellung “SuperQueeroes - Unsere LGBTIQ* Comic Held_innen“ liest Justin Hall aus seinem Comicband „No Straight Lines – 4 Decades of Queer Comics”. Mit dem Buch gewann er 2012 den Lambda Literary Award im Bereich LGBT Anthologie. Als Kurator eröffnet Justin Hall das breitgefächerte Begleitprogramm zur Ausstellung.


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“No Straight Lines” – Reading with Justin Hall

In the context of the exhibition “SuperQueeroes - Our LGBTI* Comic Book Heroes and Heroines” Justin Hall reads from his Comic book „No Straight Lines – 4 Decades of Queer Comics”. He won the LGBT Anthology at the 2012 Lambda Literary Awards. As a curator he opens the accompanying program of the exhibition.

Aktuell 25. Januar 2016, 18.30h - 25. Januar 2016

Homosexualität im Comic

Eine Geschichte schwuler Comic-Helden

Comics? Schwul? Porno! Denkt man vielleicht. Aber die schwule Comic-Welt bietet neben dem Offensichtlichen so viel mehr: Politische, literarische, witzige, spritzige, freche Comics – sie bilden die gesamte schwule Welt ab. So wie die Knollennasen des Ralf König, gleichzeitig Chronist und Karikaturist der Szene. Ein wichtiger unter vielen anderen Zeichnern in der Welt, die das Leben durch die Homo-Brille sehen.

Markus Pfalzgraf stellt uns die Alltagshelden schwuler Comics vor, aber auch frühe Underground-Helden: Von den drallen Lederkerlen eines Tom of Finland, die die schwule Ikonografie früh geprägt haben, über die poetischen Werke von Howard Cruse bis hin zu japanischen Zeichnungen zwischen Kitsch und Gewalt ist alles dabei. In der Präsentation kommen lesbische Zeichnerinnen wie Alison Bechdel ebenso zum Zuge.

Markus Pfalzgraf ist Autor des Buches Stripped – A Story of Gay Comics. Darin sind die unterschiedlichsten Strömungen schwuler Comics versammelt und eingeordnet. Es ist die erste Übersicht dieser Art. Der Autor ist sonst eher als politischer Journalist tätig, überwiegend für Radio und Fernsehen.

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Comics? Gay? Porno! You might think. But the gay comic-world offers so much more than the obvious: political, literary, funny, sparkling, cheeky comics – they build up the whole gay world. Like the bulbous nose of Ralf König, at the same time the scene’s chronicler and caricaturist. An important illustrator of many others in the world, that all look at life trough homo-glasses.

Markus Pfalzgraf presents the everyday heroes of gay comics, but also early underground-heroes: it has it all, from the leather men of Tom of Finland, witch early shaped the gay iconography, to the poetic works of Howard Cruse to the Japanese illustrations between kitsch and violence. The presentation includes also lesbian illustrators as Alison Bechdel.

Markus Pfalzgraf is author of the book “Stripped – A Story of Gay Comics”. Different trends of gay comics are included and classified. It is the first overview in this vein. The author usually operates as a political journalist, mainly for radio and television.

 

 

 

Aktuell 31. Januar 2016, 16.00h - 31. Januar 2016

Erinnerungen an Hildegard Knef

Achtung:

Auf Grund von Platzproblemen können nur die ersten 40 Besucher_innen zur Veranstaltung zugelassen werden! Bitte kommen Sie rechtzeitig!

Anlässlich ihres 14. Todestages findet am 31. Januar 2016 ein spezieller Knef Abend im Schwulen Museum* statt.

 

Wegen des großen Erfolges wird die Veranstaltung mit René Koch "Erinnerungen an Hildegard Knef wiederholt".

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Hildegard Knef evening

On the occasion of Hildegard Knef’s 14th anniversary of her death there will be a special Knef evening at the Schwules Museum* on 31 January 2016.

Aktuell 06. Februar 2016 - 06. Februar 2016

LANDLORDS - Filmpremiere

Auftaktveranstaltung zur Berlinale 2016

Filmpremiere des Dokumentarfilms "Landlords - The Economics of S&M Apartments in Berlin" von
Emre Busse und Ceven Knowles (deutsch mit englischen Untertiteln)

16 Uhr - erste Vorstellung
17 Uhr - Performance von TRACKS
18 Uhr - zweite Vorstellung

Ein Dokumentarfilm über die Kultur und Ökonomie von S/M-Apartments in Berlin, in dem es um folgende Fragen geht: Wer sind die Mieter, wer die Vermieter dieser Wohnungen, wie sind sie gestaltet, auf welchen Wegen finden diese Orte ihre Kunden, welche Bedeutung und welchen Stellenwert haben sie innerhalb des schwulen Sextourismus, für den Berlin weltbekannt ist?

Auf der einen Seite gibt es in Berlin nicht erst seit dem Mauerfall eine große Off-Künstler- & Kulturszene, in der sich auch viele queer-alternative Freiräume herausbilden konnten, jenseits der und in Abgrenzung zur durchkommerzialisierten, kapitalistischen Verwertungsmaschinerie. Auf der anderen Seite steht inbesondere in Schöneberg der schwule Mainstream mit seinen Bars, Cafés, Mode- und Fetischläden als eigenständiger Teil der Berliner Vergnügungs- und Tourismuswirtschaft.

Aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beschäftigt sich Landlords mit den Besonderheiten dieser kulturellen und wirtschaftlichen Nische zwischen Kommerz und Off-Kultur und versucht Wechselwirkungen sowie Entwicklungsmöglichkeiten sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung zu beleuchten.

Den inhaltlichen Mittelpunkt des Films bildet der Begriff des Fetisch und seine Bedeutung für die zwischenmenschlichen Beziehungen und jenen zwischen Mensch und Objekt, der eine große Rolle in den Schriften sowohl von Sigmund Freud und als auch Karl Marx spielt. Freud sieht im Fetisch ein Objekt, dem Eigenschaften zugeschrieben werden, die er eigentlich nicht hat und als menschliche erkannt werden sollte, während Marx sich mit dem Tauschwert der Ware auf der Ebene der Produktions- und Herrschaftsverhältnisse befasst.

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Movie Premiere of the Dokumentary Film "Landlords - The Economics of S&M Apartments in Berlin" by Emre Busse and Ceven Knowles (german with english subtitles)

16.00PM - First Screening
17:00PM - Performance by TRACKS
18.00PM - Second Screening

An experimental documentation behind the culture of S&M apartment rentals in Berlin answering the questions: who owns them, how are they designed/built, to whom and how they are marketed, and how they fit into their niche market within the cities well-known sex tourism trade?

"Homeownership fetish" broke out as an American Dream in the beginning of 1900's, and its historical variation on today’s social predicaments like globalization, immigration issues and gentrification. Berlin -the fetish capitol of Europe- creates a new area of criticism in the homosocial environment which can be associated with commodity fetishism, also provided by more than five fetish housing companies.

On one side sits, the material conditions of a fringe non-economy, the artist culture, the many spaces that existed in berlin after the fall of the wall which led way to having social spaces that developed into alternative and queer social spaces often serving as non-capitalist marketplaces, those led the way to further evolving queer culture in the city. And on the other side: the mainstream gay culture of Schöneberg wıth its bars, shops, cafes, and other marketplaces leads to new ways of thinking in regards to economics.

Fetish has a particular presence in the writings of both Marx and Freud. Its implications for these two theorists of the social and personal relations between human beings and objects. The works of Freud suggests that the idea of the fetish involves attributing properties to objects that they do not 'really' have and that should correctly be recognised as human, while Marx's account of fetishism addresses the exchange-value of commodities at the level of the economic relations of production.

With this documentary, we intend to explore the relationship between supply and demand in this niche of the sex community to perhaps understand and think of other new possible applications within the non-commercial gay and queer marketplaces.

Aktuell 06. März 2016, 18.00h

Queer Kitchen

Es ist soweit: Nach einer kleinen Pause kehrt die „Queer Kitchen“ wieder ins Schwule Museum* ein. Ab März wollen wir jeden ersten Sonntag im Monat über aktuelle Themen und Konflikte in unseren Communities sprechen als auch zu einem Austausch über Wünsche und Utopien anregen. Wo stehen wir, wofür kämpfen wir, wie leben wir – und vor allem: Wie soll es weitergehen? Wie gehabt in lockerer und solidarischer Atmosphäre, mit wechselnden Gästen und kleinen Snacks.

Am 6. März:

Zwischen sexueller Befreiung und Täterschutz? Zum Verhältnis von (westdeutscher) Schwulen- und Pädo-Bewegung

Nicht erst seit der Medienkampagne gegen die Grünen im Vorfeld der Bundestagswahl 2013 wird die Haltung der westdeutschen Schwulenbewegung zum § 176, der Schutzaltergrenzen für Sex zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen definiert, diskutiert. Die späte Distanzierung der Mehrheit erst Anfang der 1990er Jahre wurde und wird dabei genutzt, um schwule Politik und Politiker oder Projekte wie das Waldschlösschen zu diskreditieren. Jenseits des berechtigten Interesses, diese Diffamierungen zurückzuweisen, scheint eine ernsthafte Auseinandersetzung aber nicht stattzufinden. Zu fragen wäre nämlich, wie es dazu kommen konnte, dass die Forderungen pädosexueller Gruppen so lange von der Mehrheit der schwulen Bewegung mitgetragen wurde, obwohl oder vielleicht auch weil zeitgleich die feministische Frauenbewegung den Kampf gegen sexualisierte Gewalt in den Mittelpunkt ihrer politischen Arbeit stellte. Über den Umgang schwuler, lesbischer und queerer communities mit der Thematik als auch darüber wie Pädophilie/Pädosexualität aktuell in Psychologie und Psychonalayse verstanden und behandelt wird, wollen wir diskutieren. Mit kurzen Inputs von Andrés González Axthammer, Birgit Bosold und Volker Wolterdorff.

Aktuell 24. März 2016, 18.30h - 24. März 2016

Sex & Superheld_innen: Comicfiguren im Porno

Dass Superheld_innen in ihren hautengen Spandexkostümen meist ziemlich sexy aussehen, ist allgemein bekannt: sie sind super fit, können fliegen und greifen sich gegenseitig permanent in den Schritt. Kein Wunder, dass Comicfans sich schon lange ausmalen, wie das wäre, wenn Wonder Woman und Catwoman oder Batman und Robin miteinander im Bett landen würden.

Solche Fantasien gibt’s als Fan-Art in Hülle und Fülle. Solche Fantasien haben aber auch die Pornoindustrie beflügelt. Es gibt unzählige – teils sehr skurrile – Pornofilme, mit den bekannten Superheld_innen. Die meisten dieser Streifen sind für den Heteromarkt gemacht und oft sehr aufwendig produziert. Aber auch im LGBTI-Markt gibt es etliche Beispiele, die mit Mini-Budgets versuchen, der Sache einen eigenen „queeren“ Dreh zu geben.

In dieser Veranstaltung berichtet Independent-Produzent Frank Christian Marx, der zur Zeit einen hochbrisanten schwulen Thriller vorbereitet und selber schon Erfahrungen mit der schwulen Pornowelt gesammelt hat, über die sehr unterschiedlichen künstlerischen und erotischen Begegnungen der LGBTI-Pornobranche mit dem Thema „Superheld_innen“. Er wird einige Filmausschnitte mitbringen und erläutern, welche Entwicklungen weltweit auf dem Gebiet zu beobachten sind. Als besonders amüsantes Beispiel wird er einen Ausschnitt aus dem Cartoonfilm „Nooky Man“ zeigen: ein Superheld, der seine Kräfte durch Spermainjektionen bekommt und entsprechend so viel Analverkehr wie möglich hat. (Man muss das sehen, um es zu glauben.)

Außerdem dabei: der Software-Entwickler und Fotograf Antonio Rodriguez. Ihm ist es zu verdanken, dass man in den Standard-3D-Animationsprogrammen den Figuren Penisse anheften kann – die US-Firmen aus Prüderie grundsätzlich weglassen. Mit seinem Programm hat damals auch der Comickünstler Joe Phillips den Superhelden-Porno „Stonewall & Riot“ geschaffen (Foto): ein Klassiker des Genres.

Moderiert wird der Abend von Dr. Kevin Clarke, Buchautor von „Porn: From Any Warhol to X-Tube“ und Mitkurator der Ausstellung „Porn That Way“ im Schwulen Museum‘.

Die Veranstaltung ist wegen des expliziten sexuellen Inhalts erst ab 18 Jahren zugänglich.

4 Euro Eintritt (Besuch der Ausstellungen ist im Preis nicht inbegriffen)

Aktuell 29. März 2016, 10.00h - 30. März 2016

MASKEN, GLITZER, KRYPTONIT - Mit Stift und Fantasie für eine bessere Welt

Angebot in den Osterferien 2016

Di 29.03. bis Fr 01.04.2016, 10-14 Uhr, 4 x 4 Stunden, ab 15 Jahre

Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung "SuperQueeroes - Unsere LGBTI* - Comic-Held_innen"

Erfinde tapfere Superheld*innen - Welche Aufgaben könnten sie lösen und welche Abenteuer bestehen? - Lerne mehr über Figurengestaltung, Perspektive, Panel- und Seitenaufbau sowie Grundlagen des Storytellings - Entwickle und zeichne deine Geschichte - Sammle sie in einem Comicheft für zu Hause oder präsentiere sie im Café des Schwulen Museums. Ein Angebot in Kooperation mit Jugend im Museum e.V.

Kursleitung Tine Fetz, Illustratorin/Comiczeichnerin
Kursgebühr 46 Euro + Materialgebühr 6 Euro

Anmeldung
Jugend im Museum, 030-2664222-42, info(at)jugend-im-museum.de
www.jugend-im-museum.de

Direkter Link zum Angebot.

Aktuell 03. April 2016, 18.00h

Queer Kitchen: Älterwerden? Queere Solidarität zwischen Generationen

Älterwerden bedeutet nicht für alle dasselbe. Wie und mit wem wir im Alter leben und welche Unterstützung wir dabei erfahren, hängt von ökonomischen und sozialen Ressourcen ab. Die Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Queers spitzt sich zudem im Alter häufig zu; die gesellschaftliche Organisation der Altensorge geht an unseren Lebensrealitäten und Bedürfnissen vorbei. Wegen verbreiteter Kinderlosigkeit ist familiäre Fürsorge für die älteren von uns meist keine Option. In den häufig von kirchlichen Trägern betriebenen Altenpflegeeinrichtungen dominiert ein heterosexueller Normalismus, der zu Vereinzelung und Einsamkeit führt.  

Im Mittelpunkt der nächsten Queer Kitchen stehen u.a. folgende Fragen, die wir mit unseren Gästen und allen, die kommen, diskutieren möchten: Wie leben alte/ältere Lesben, Schwule und Queers? Welche Bedürfnisse und Wünsche haben sie? Mit welchen Problemen und Besonderheiten sind sie konfrontiert? Wie stehen sie zur und in der community und wie die community zu ihnen? Wie kann ein kollektiver Umgang mit Älterwerden aussehen? Was sind gelungene Beispiele aber auch Hürden für gelebte Solidarität zwischen den Generationen in unseren Communities?  

Über ihre Erfahrungen werden Mietersprecher Bernd Gaiser und Klaus-Dieter Spangenberg vom Lebensort Vielfalt berichten. Des Weiteren wird es einen Input von Heike Lischewski, Sprecherin des Dachverbandes Lesben & Alter, geben.

Sonntag, 3. April 2016, 18-20.30 Uhr. Wie immer in soldarischer Atmosphäre, mit leckeren Snacks und Getränken gegen Spende.

Aktuell 14. April 2016, 19.00h - 14. April 2016

Vortrag: Yuri, Girls‘ Love, Shoujo Ai?! Gibt es lesbische Manga?

Dieser Vortrag versucht Licht zu bringen in den Dschungel weiblicher gleichgeschlechtlicher Intimitäten im Manga. Er zeichnet historische Entwicklungen bis in die heutige Zeit nach, wirft Licht auf Figuren, Geschichten, übergreifende Themen und wiederkehrende Muster. Nicht zu kurz kommen dabei die Menschen, die diese Geschichten schaffen und/oder konsumieren. Durch Aussagen aus Interviews und Umfragen geht der Vortrag der Frage nach, was die japanischen Künstler*innen, Redakteur*innen und Leser*innen antreibt. Es zeigt sich schnell, dass man einfache Antworten in diesem Dschungel meistens vergeblich sucht – dies einem aber nicht den Spaß am Lesen verderben sollte.

Dr. Verena Maser studierte Japanologie und Soziologie, und promovierte zum Thema yuri Manga. Sie arbeitet als freiberufliche Übersetzerin und Autorin, u.a. überträgt sie für Tokyopop den Manga Citrus ins Deutsche.

Aktuell 15. April 2016, 19.00h

Jetzt sind wir jung: Was bedeutet es heute, LSBTI* zu sein? Eine Diskussion über Schubladen, Sexualität und die neue Selbstbestimmung

„Jung, queer, glücklich?“ So scheint die neue aufgeschlossene Welt für LGBTI*-Jugendliche oft: Coming-outs sind kein Problem mehr, gesellschaftliche und familiäre Akzeptanz ebenfalls nicht. Mehr noch: Viele Jugendliche sehen sich gar nicht mehr in der Schublade „homosexuell“, sondern bestehen darauf, einfach als „Mensch“ anerkannt zu werden, ohne Labels. Entsprechend auf Distanz gehen sie zu älteren „Berufsschwulen und -lesben“, die für eine Anerkennung ihrer sexuellen Orientierung gekämpft haben und immer noch kämpfen. Etlichen Jugendlichen ist eine solche öffentliche Kampfhaltung fremd. Meist bis zu dem Zeitpunkt, wo sie selbst mit Ausgrenzung konfrontiert werden und merken, dass auch in Deutschland 2016 nicht alles so reibungslos läuft, was Gleichberechtigung und Gleichstellung betrifft.

Der Berliner Autor Julian Mars hat mit seinem Erfolgsroman „Jetzt sind wir jung“ diese teils paradoxe Situation und Stimmung aus schwuler Sicht eingefangen. Er beschreibt das Leben seiner Hauptfigur Felix vor und nach dem Abitur, den Alltag eines jungen Mannes in einer deutschen Großstadt – zwischen Schule, Familie, Berufswahl, ersten Beziehungen, Sex im Darkroom und Liebe via Dating-App. Angesprochen werden dabei auch der neue Umgang von Jugendlichen mit Safer Sex, Drogen und der älteren LSBTI*-Generation.

Wir diskutieren mit Julian Mars sowie der 24-jährigen Studentin Joe G. über ihre persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen als queere Jugendliche, und wir wollen im historischen Kontext unseres Museums wissen: Wie hat sich für sie die Situation von LSBTI* verändert? Wie ist aus ihrer Sicht die aktuelle Situation? Und was bedeutet das für Schüler_innen, Student_innen und Berufsanfänger_innen?

Mit dabei: Jugendbuchautorin Karen-Susan Fessel ("Bilder von ihr", "Jenny mit O" und "Steingesicht"), die für ihren LGBTI*-Einsatz 2011 als erste Autorin mit dem Rosa-Courage-Preis ausgezeichnet wurde, und Detlef Mücke, Gründungsvater der Arbeitsgemeinschaft homosexueller Lehrer und Erzieher in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Berlin. Sie werden die Eindrücke von Julian und Joe den Entwicklungen in Schule, Ausbildung und Gesellschaft in den letzten 30 Jahren gegenüberstellen.

Ebenfalls auf dem Podium dabei: Tilmann Warnecke, Tagesspiegel/Queerspiegel, der sich regelmäßig mit dem Berufsalltag junger Homosexueller im Ressort "Wissen" beschäftigt.

Karen-Susan Fessel und Julian Mars werden beide im Rahmen der Veranstaltung kurze Passagen aus ihren Büchern lesen.

Eintritt: 4 €

Aktuell 17. April 2016, 14.00h - 17. April 2016

Live Comic Zeichnen Event mit 123comics und Ka Schmitz

Live Comic Zeichnen Event mit 123comics und Ka Schmitz. In einem mobilen Schalter zeichnen Ka Schmitz und 123Comics die persönlichen Held_innengeschichten der Ausstellungsbesucher_innen. Dabei entstehen kleine Portraits, Strips und Stories zum Mitnehmen - als Unikat für die Hosentasche.

Aktuell 21. April 2016, 19.00h

Ken. To be destroyed - Künstlerinnengespräch und Buchsignierung mit Sara Davidmann

Sara Davidmann wird über ihre künstlerische Arbeit und Familiengeschichte reden sowie ihr neues Buch präsentieren, welches die Ausstellung Ken. To be destroyed begleitet.


Sara Davidmann ist eine visuelle Künstlerin und Fotografin, deren Fotografie das Persönliche und das Soziale/Politische umspannt und die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft fokussiert und in Frage stellt. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet Sara an kollaborativen Fotografie- und Oral History-Projekten mit Personen aus der britischen trans* und queer Communities. Saras Arbeiten wurden national und international ausgestellt, u.a. im Museum Liverpool 2013 – 2015, PARCspace, LCC, UAL 2014, ‘Moving Trans* History Forward’ 2014, Homotopia Arts Festival 2013, Somatechnics Sydney 2009, Transfabulous 2007. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihre Fotografie, darunter den Philip Leverhulme Preis, den Arts and Humanities Research Council Award, Wellcome Trust funding und ein Fulbright-Hays-Stipendium.


Die Ausstellung Ken. To be destroyed wurde organisiert vom UAL Photography and the Archive Research Centre (PARC) am London College of Communication und von Val Williams und Robin Christian ko-kuratiert. Das Buch zur Ausstellung wurde von Val Williams herausgegeben.

Aktuell 01. Mai 2016, 18.00h - 01. Mai 2016

Keine Queer Kitchen im Mai

Aufgrund des Tages der Arbeit findet am 01. Mai keine Queer Kitchen statt!

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Das Schwule Museum* verwandelt sich an jedem ersten Sonntag von 18.30-21 Uhr in einen Raum von und für die Berliner queeren und LGBTI-Communities.

Mit wechselnden Gästen wollen wir in solidarischer Atmosphäre über aktuelle Probleme und Konflikte diskutieren, aber auch einen Austausch über Wünsche und Utopien anregen. Wo stehen wir, wofür kämpfen wir, wie leben wir – und vor allem: Wie soll es weitergehen?

Aktuell 14. Mai 2016, 19.00h - 14. Mai 2016

Comiclesung: Ach, so ist das?!

„Mein Coming Out war ein langer Weg…”, „Ich bin ein Mensch und will so gemocht werden wie ich bin!”, „Als Homo in der Schule? Echt keine leichte Sache!“ –Martina Schradi sammelt wahre Geschichten von LSBTI und zeichnet daraus Comicstrips. An diesem Abend bietet sie allen Comicfans und Freund_innen eine multimediale Lesung der Comics mit Soundmaschinen und Spielorgeln. Vorher stellt Martina Schradi das Projekt vor und wird im Anschluss auch das Buch signieren.

Sie werden sehen: LSBTI im Comic geht ernst und witzig – beides gleichzeitig, wenn das frisch verliebte lesbische Paar die besten Freund_innen besucht und der Metzger Ralph zur Gay Oriental Night aufbricht.

Aktuell 19. Mai 2016, 19.00h - 19. Mai 2016

Vortrag und Diskussion: Black Supersheroes/Heroes

Mit dem schwarzen amerikanischen Künstler Isaiah Wolf: Er spricht über klassische US-amerikanische Superheld_innen, deren Hautfarbe und die Frage, wieso es so wenig schwarze Charaktere im Comicuniversum gibt. Isaiah Wolf ist bekannt für seine Black Sheroes/Heroes-Scherenschnitte. Er setzt sich seit langem mit Fragen wie Rassismus, ethnischer Zugehörigkeit und postkolonialem Erbe auseinander.

Der Vortrag ist auf Englisch und kostet 4€ Eintritt.

Wir werden vom 18. Mai bis zum 16. Juni vier neue Scherenschnitte von Isaiah Wolf im museumseigenen Café im Schwulen Museum* zeigen.

Foto: Der US-Künstler Isaiah Wolf.

Lecture 26. Mai 2016, 18.30h - 26. Mai 2016

Filmvorführung und Diskussion "Der Kreis" von Stefan Haupt

Zur Eröffnung der Tagung „Staat und Homosexualitäten im 20. Jahrhundert. Brüche und Kontinuitäten in französisch- und deutschsprachigen Ländern“ wird am 26. Mai im Schwulen Museum* die deutsch-schweizerische Dokufiktion „Der Kreis“ (OmU) von Stefan Haupt, Gewinner des Teddy Awards der Berlinale 2014, gezeigt. Im Anschluss wird es eine Diskussion und historische Einordnung des Films durch den Historiker Thierry Delessert (Université de Lausanne), Autor des Buchs „Les homosexuels sont un danger absolu : homosexualité masculine en Suisse durant la Seconde Guerre mondiale“ geben. Der Vortrag und der Austausch mit dem Publikum wird auf Französisch und auf Deutsch stattfinden und jeweils simultan übersetzt. Ein Empfang wird den Abend ausklingen lassen. Mit der Erinnerung an die international bekannte schweizerische Homosexuellen-Zeitschrift „Der Kreis-le Cercle“ (1932-1967) wird die Geschichte der Homosexualitäten in der Schweiz – Grenzgebiet zwischen Deutschland und Frankreich – beleuchtet.


Die wissenschaftliche Tagung, die am 27. und 28. Mai am Centre Marc Bloch stattfindet, wird in Zusammenarbeit des Centre Marc Bloch e.V. (CMB), dem Archiv für Sexualwissenschaften der Humboldt-Universität und der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld organisiert. Teilnehmen werden zahlreiche ForscherInnen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, die zur Geschichte der Homosexualitäten arbeiten und diese anhand der Interaktionen zwischen Staat und Individuum oder Organisation in der deutsch- und französischsprachigen Welt - häufig als gegensätzlich dargestellt - untersuchen. Die Historikerin Florence Tamagne, Autorin von History of Homosexuality in Europe (Paris, London, Berlin), wird am 28. Mai um 18Uhr die Tagung mit einem Vortrag abschließen.


Für mehr Informationen zum Programm der wissenschaftlichen Tagung: cmb.hu-berlin.de/kalender/termin/staat-und-homosexualitaet-im-20-jahrhundert/  
Eintritt frei (begrenzte Saalkapazitäten)

 

      

Event 27. Mai 2016, 18.30h - 27. Mai 2016

Radikale Romantik, rabiate Niedlichkeit und die Zerstörung der Welt

Vortragsreihe “Radical transfeminism” zur Ausstellung "MILLIONAIRES CAN BE TRANS* // YOU ARE SO BRAVE*"

 

- Mijke van der Drift - In diesem Vortrag werde ich die These aufstellen, dass die Zerstörung der Welt am besten durch Liebe erreicht werden kann.

Ich werde Niedlichkeit anhand der Werke von Tripthi Pillai und Sianne Ngai diskutieren. Ich schlage vor, Niedlichkeit ist mehr als man zunächst annehmen würde und beinhaltet vielleicht sogar politische Möglichkeiten. Ich werde mich der Betrachtung von Neelu Bhumans Love Letter/Prema Lekha zuwenden und zeigen, dass dieser ein Angebot für radikale Romantik macht. Diese Lesung bildet die Ouvertüre zur Zerstörung der Welt, durch die Verbindung mit aristotelischen Anima und Maria Lugones’ Weltreisen.

Mijke arbeitet innerhalb und außerhalb der Hochschule an non-normativer Ethik, trans und Feminismen. Zur Zeit schreibt sie ihre Doktorarbeit am Zentrum für Kulturwissenschaften der Goldsmith-Universität in London. Mijkes Grundlagen bilden sich aus Philosophie und Choreographie.

Der Vortrag findet auf englisch statt.

Aktuell 02. Juni 2016, 20.00h

Rituals of Resistance

„I was born To Make You Happy“ & “The Dictatorship of Girlieness”

Rituale sind zwingend… Von jetzt an muss die Entscheidungsfreiheit enden…

Diese beiden Arbeiten, ein Film und eine Performance erfassen einen rituellen Ansatz der Verweigerung von Normalisierung. Beide Stücke ziehen uns in überwältigende Welten der Trauer und Einsamkeit und leiten uns zum Ausgang des Widerstands durch Anschluss.

Während der Performance The Dictatorship of Girlieness finden wir uns in einer politischen Dystopie wieder indem Trauer zwingend und Redefreiheit von gestern ist. Indes werden wir von den Performern durch das Stück in eine neue Diktatur geleitet, in der girlieness über Allem herrscht.

I was born To Make You Happy führt uns in eine gebrochene feministische Utopie, in der Britney und Hexen kollidieren und in der die Einsamkeit einer patriarchalen Welt angefochten wird. Chronologie wird in diesem Film aus dem Fenster geworfen. Anstelle leitet eine Fragmentierung durch die visuelle Sprache den stattfindenden Bruch der 90er ein. Die aufstrebende trans*Theorie dieser Zeit führt als Bewegung vom liberalen cis-Feminismus weg. In diesem verführerischen Film folgen wir den Charakteren in einer feierlichen Ablehnung von Isolation und Normalität.

Event 05. Juni 2016, 18.30h - 05. Juni 2016

Queer Kitchen: What's Next? Schwule und Lesben in AfD & Co. - Organisierter Rassismus und Antifeminismus in der Szene

In der Queer Kitchen/What's Next?-Reihe des Schwulen Museum* widmen wir uns diesmal dieser Fragestellung:

Rechtspopulistische und rassistische Positionen sind allgegenwärtig - auch innerhalb von LGBT*-Communities.  Längst geht es nicht mehr nur um die Folgen, die das Erstarken rechter Parteien für die Errungenschaften von  LGBTQ*-Bewegungen haben könnte. Im vergangenen Jahr planten die rechtspopulistischen Schwedendemokraten einen eigenen CSD durch ein vorwiegend migrantisches Stadtviertel in Stockholm, ein bekennender Schwuler ist Vizevorsitzender von Frankreichs rechtsextremem Front National und auch in Deutschland gelingt es der AfD, Zustimmung bei LGBT*s zu gewinnen.

Im Mittelpunkt der Queer Kitchen im Juni stehen u. a. folgende Fragen: Was fordern LGBT*, die sich in rechten Parteien organisieren, und wie begründen sie ihr Engagement? Wie stehen sie zu den LGBTIQ*-Bewegungen, wie die Bewegungen zu ihnen? Was lernen wir daraus über aktuelle Versuche, LGBT*-Inhalte rechtsnational zu vereinnahmen? Aber vor allem: Welche Strategien im Umgang mit den Rechten und dem Rassismus und Antifeminismus in der Szene, auf die sie aufbauen, haben und brauchen wir?

Als Diskussionsgrundlage gibt Jan Schnorrenberg einen kurzen Input zu den "Homosexuellen in der AfD".

18:30 Uhr, im Café des Schwulen Museum*

Die Veranstalter_innen lehnen es ab, rassistischen und antifeministischen Positionen eine Plattform zur Selbstdarstellung zu bieten. Die Veranstaltung dient dem Austausch über den Umgang mit organisierten rechten LGBT's aus einer dezidiert antirassistischen und feministischen Perspektive.

Event 08. Juni 2016, 18.30h - 08. Juni 2016

From Thick Skin to Femme Armour: On Femme of Colour Art, Organizing and Resistance

Vortragsreihe: Radical Transfeminism zur Ausstellung MILLIONAIRES CAN BE TRANS*

“[They] took control of their bodies— bodies that were radical in their mere existence in this misogynistic, transphobic, elitist world— because their bodies, their wits, their collective legacy of survival, were tools to care for themselves when their families, our government, and our medical establishment turned their backs.” – Janet Mock, Redefining Realness

In dieser Veranstaltung spricht Kama La Mackerel über das Vermächtnis der Resilienz und Resistenz farbiger Frauen indem folgende Fragen gestellt werden: angesichts der historischen Gewalt die an den Leben und Körpern von farbigen trans-Frauen vollzogen wurden, angesichts der unverhältnismäßigen Zahl von farbigen trans-Frauen die inhaftiert, obdachlos, von Beschäftigung und dem Gesundheitssystem ausgeschlossen sind, angesichts der jährlichen hohen Zahl von Morden an farbigen trans-Frauen; wie ehren wir, als farbige trans-Frauen unsere Geschichte und unser Erbe des Widerstands? Wie errichten wir dicke Häute und kämpferische „femme“-Panzer um zu gedeihen? Wie kommen wir zusammen und gebären eine Zukunft für die Generation der Kinder die noch folgt? In diesem Gespräch ringt Kama La Mackerel mit diesen Fragen und spricht außerdem über Kunst, Liebe, Heilung, Frauen-Schwesternschaft und die Erschaffung einer hellen Zukunft für die kommende Generation von legendären Kindern.

Kama La Mackerel kommt aus Tio’tia:ke/Montreal und organisiert Gemeinschaften, erschafft Bewegung, ist Schriftstellerin, Poetin, Erzählerin, Kuratorin und fachübergreifende Künstlerin, deren Arbeit sich auf Erzählung und kulturelle Produktion, als Modus anti-kolonialer Resistenz, konzentriert. Das Medium Kamas Werks rangiert zwischen Performance und Textilien, zwischen Geschichten-Erzählung und Druck, zwischen Poesie und Fotografie und Film. Kama ist Mitbegründerin des The Qouleur Festivals, einem jährlichen Kunstfestival und Heilungsort, welche die Kunst und Leben farbiger queer- und trans-Menschen zelebriert. Sie ist außerdem Gründerin und Gastgeberin von GENDER B(L)ENDER, Montreals einziger monatlichen offenen queer-Bühne. Als „femme supreme“ die vom Meer gejagt wird, ist Kama in verschiedenen grassroot-Bewegungen zu sozialer Gerechtigkeit aktiv und organisiert gegen Rassismus, für die Gerechtigkeit von Migranten sowie Geschlechtern und trans-Mobilisierung. Kama wurde in Mauritius geboren und migrierte als junge Erwachsene nach Indien, bevor sie im September 2011 nach Tio’tia:ke/Montreal zog.


Der Vortrag findet auf englisch statt.

Aktuell 09. Juni 2016, 19.00h - 09. Juni 2016

“Tranny Schock”

Diskussion zum Thema „Trans* & Tranny“ im queeren Comic mit zwei stadtbekannten (Multimedia)Transen im Rahmen der Superqueeroes-Ausstellung.

Wir diskutieren mit den beiden Performer_innen und Kolumnist_innen über den Umgang mit Begriffen wie „Tranny“ innerhalb der queeren Szene. Wie politisch inkorrekt ist es, das Wort „Tranny“ oder „Transe“ zu verwenden, wie „verletzend“ ist es für Trans*-Menschen, damit konfrontiert zu werden, wie legitim sind Forderungen, solche Begriffe zu verbannen? Und: Wie viel Toleranz kann man und sollte man von beiden Seiten erwarten, also von der Transen-Szene und der Trans*-Community?

Die beiden selbsterklärten "Multimediatransen" und Künstler_innen Kaey und Jurassica Parka erzählen an diesem Abend aus ihrem Leben und ihren Karrieren, von kritischen Reaktionen, mit denen sie gelernt haben umzugehen und von den Veränderungen im Umgang miteinander in der LGBTIQ*-Szene in Deutschland und Berlin.

Ausgangspunkt und Stichwortgeber für die Veranstaltung ist Justin Halls Comic „Glamazonia: The Uncanny Super Tranny“ (2010). Er wurde vom Verlag North West Press aus dem Handel genommen, wegen Protesten der US-amerikanischen Trans*-Community bzgl. des Wortes „Tranny“, das als transphob gewertet wurde, obwohl Autor Justin Hall sehr nachdrücklich darauf verwiesen hat, dass Anfang der 2000er Jahre dieser Begriff in der US-Westküste von Queer-Aktivist_innen und allen im Gender-Bereich tätigen Leuten extrem positiv besetzt gewesen sei.

Kaey und Jurassica Parka werden zum Vergleich von ihren Erfahrungen in Deutschland erzählen und einen weiten – glamourösen – Bogen spannen.

Aktuell 16. Juni 2016, 19.00h - 16. Juni 2016

„Die Lesben waren wirklich sehr grausam.“ Nachdenken über Homophobie, Queers und transgressive Sexualität während des Holocaust

Wie kommt es, dass sich unter den zehntausenden Zeugnissen der Holocaustüberlebenden keine einzige jüdische homosexuelle Stimme befindet? Es gab schwule und lesbische jüdische Deportierte; sie durften allerdings kein Zeugnis hinterlassen. Dieser Vortrag denkt über die manifeste Homophobie in den Überlebendenerinnerungen nach, die bis heute diktiert, was erzählt, in Archiven gesammelt und von den Historiker_innen erforscht werden darf, und was dies für das Schreiben der queeren Geschichte heißt.

Dr. Anna Hájková ist Assistant Professor an der University of Warwick, Großbritannien. Dr. Corinna Tomberger, Kunst- und Sozialwissenschaftlerin, HU Berlin moderiert den Vortrag mit anschließender Diskussion.

Event 25. Juni 2016, 19.00h - 25. Juni 2016

Wir sind Kriminelle: Indiens umstrittener Homosexuellenparagraf 377

Vortrag von R. Raj Rao (Universität Tübingen)

1861 fügte Lord Thomas Babbington Macaualay Paragraf 377 dem indischen Strafgesetzbuch hinzu. Dieser Abschnitt kriminalisierte „unnatürlichen Sex“, womit weitestgehend Anal- und Oralsex gemeint waren, welcher von homosexuellen Männern praktiziert wurde.

Folglich wurde es als Anti-Homosexuelles Gesetz gesehen. In Indien existiert das Gesetz noch immer, obwohl es in Großbritannien 1961 bereits abgeschafft wurde. Der Vortrag betrachtet die Rolle des Gesetzes im modernen Alltag Indiens, die Versuche schwuler Aktivisten und der Medien es aufzuheben, und den kurzen Strafaufschub zwischen Juli 2009 und Dezember 2013. In diesem Zeitraum „interpretierte“ das hohe Gericht in Delhi das Gesetz für einwilligende erwachsene Homosexuelle neu. Im Vortrag geht es außerdem um den Widerwillen der BJP Regierung und des obersten Gerichtshofs das Gesetz zu korrigieren, wie es von progressivem Denken vorgesehen würde.

R. Raj Rao lehrt gegenwärtig an der Universität Tübingen und ist Autor fiktionaler und nicht-fiktionaler Werke, Poet, Stückeschreiber und Aktivist. Unter vielen Büchern finden sich drei Romane, eine Sammlung Kurzgeschichten, vier Bände Poesie, eine Biographie, ein Buch mit Interviews mit homosexuellen Männern und Frauen, ein Buch mit Stücken und eine englische Übersetzung der Autobiographie der indischen Transgender(hijra)– Aktivistin Laxmi. Rao sieht sich als standardmäßigen Immigranten, da er in einem Land mit 30 beheimateten Sprachen auf englisch schreibt. Und er betrachtet sich als Flüchtling, weil er letztendlich als schwuler Mann in seinem eigenen Land Asyl sucht. Wenn sich Rao in Indien aufhält, lebt er in den Städten Bombay und Poona, in denen er unterrichtet.

Der Vortrag ist in englischer Sprache, die anschließende Diskussion wird zweisprachig und übersetzt. Das Event wird von der Zeitschrift MÄNNER präsentiert.

Event 27. Juni 2016, 19.00h - 27. Juni 2016

BLACK IN BERLIN #5 Performed Identities

Identität ist ein variables und sich ständig veränderndes Konstrukt für People of Color. Wir beeinflusst unsere hohe Sichtbarkeit unser tägliches Leben? Wie real oder fiktiv sind diese Personen, wie selbstbestimmt ist ihre Persönlichkeit?

In der Juniausgabe unseres literarischen Salons wollen wir uns mit transnationalen Konstruktionen von People of Color beschäftigen, mit Identitätspolitik und der Frage, wie wir unsere Identitäten in Frage stellen, verstärken oder schmälern.

Wegen des begrenzten Platzes im Café des Schwulen Museum* (max. 50 Teilnehmer_innen) bitten wir um Anmeldung unter: jessicalaurenelizabethtaylor(at)gmail.com

Jessica Lauren Elisabeth Taylor hat ihren regelmäßig stattfindenden „Black in Berlin“-Salon 2012 gestartet, als Reaktion auf die Art und Weise, wie deutschsprachige und englische Mainstreammedien mit Afro-Europäischer Kultur in Deutschland umgehen. Die Erfahrung, in Berlin als dunkelhäutiger Mensch zu leben, kann oft polarisierend sein. Die Nachwirkungen der Kolonialzeit in Afrika sind in der Stadt nach wie vor zu spüren und mischen sich mit Angst vor „Fremden“.

Der Black-in-Berlin-Salon ist eine Gelegenheit, diese Punkte zu diskutieren, der Community Raum zu geben für ihre Probleme und allen die Chance zu bieten zuzuhören. Der Salon richtet sich an Menschen aller ethnischen Gruppen und sozialen Schichten, die eingeladen sind, an den Diskussionsrunden teilzunehmen. Jeder der sich anmeldet bekommt Zeit und Raum, seine_ihre Geschichte zu erzählen.

Die Veranstaltung ist in englischer Sprache im Café des Museums. Sie markiert auch das Ende der Ausstellung von Isaiah Wolf, sechs Kollagen mit Titel "Transformers". Eintritt ist frei.

Aktuell 03. Juli 2016, 18.30h

Formen des Widerstandes: Queere Politik & muslimischer LGBT*-Alltag im Angesicht normativer Gewalt

Mit Ferdiansyah Thajib

Queere Sexualitäten und Geschlechtlichkeiten werden in Indonesien zunehmend zum Ziel von Anfeindungen. Während sexuelle und geschlechtliche Minderheiten in der Vergangenheit noch durchaus ambivalent behandelt wurden, werden LGBT* in den Medien mittlerweile als unsichtbare und ausländische Gefahr für die Nation dargestellt.

Bei der Queer Kitchen wird Ferdiansyah Thajib mit uns über antiqueere Rhetorik, Gewalt und Ausgrenzung in Indonesien sprechen und dabei folgende Fragen behandeln:

Welche progressiven queerpolitischen Forderungen sind im Zusammenspiel von religiösen, kulturellen und ökonomischen Unterschieden möglich? Wie kann Aktivismus jenseits von Sichtbarkeit und Befreiung aussehen? Und wie können wir konkret Solidarität in Angesichts von Erschöpfung und dem sozialen Tod zeigen?

Veranstaltung in Englisch, Flüsterübersetzung ist möglich.

Aktuell 07. Juli 2016, 19.00h

Von Beau Brummell bis Sebastian Horsley. Der Dandy in der Vergangenheit und Gegenwart.

Dandys sind kultivierte Müßiggänger. Müßiggang ist nicht gleichzusetzen mit Nichtstun. Die Zeit muss ausgefüllt werden mit Auftritten vor dem eigenen Spiegel und in der Öffentlichkeit. Die Bemühungen des Dandys gelten ausschließlich der eigenen Person und ihrer Vervollkommnung. Jede Art von produktiver Tätigkeit liegt ihm fern. Sein einziger Beruf ist die Eleganz. In seiner spielerischen Anmut und Leichtigkeit gleicht der Dandy den kleistschen Marionetten. Von der Trägheit der Materie, die ihren Bestrebungen entgegensteht, wollen sie nichts wissen, „weil die Kraft, die sie in die Lüfte erhebt, größer ist, als jene, die sie an die Erde fesselt.“

Der Vortrag ist eine Tour d'Horizon durch die Geschichte des Dandytums vom king of fashion George Brummell bis zum dandy in the underworld Sebastian Horsley.

Prof. Dr. Günter Erbe (Berlin) ist Prof. em. für Politische Wissenschaften der Universität Zielona Góra (Grünberg) in Polen und Privatdozent für Kultursoziologie an der FU Berlin. Seine Veröffentlichungen umfassen „Dandys - Virtuosen der Lebenskunst. Eine Geschichte des mondänen Lebens“ (2002) und zuletzt „Das vornehme Berlin. Fürstin Marie Radziwill und die großen Damen der Gesellschaft 1871-1918“ (2015). Demnächst erscheint das Buch „Der moderne Dandy. Ein Held des Rückzugs“.

Event 14. Juli 2016, 18.30h

Queer Social Reproduction as Radical Transfeminism

Vortragsreihe: Radical Transfeminism zur Ausstellung MILLIONAIRES CAN BE TRANS*

Mit Nat Raha & Mijke van der Drift

Soziale Reproduktion ist ein Konzept, dass betrachtet wie die Weiterführung des Lebens (unter dem Kapitalismus) möglich ist. Soziale Reproduktion sind die maßgeblichen Prozesse der fortführenden Existenz. Dieser Vortrag prüft wie soziale Reproduktion zu einer Stätte revolutionärer Transformation werden kann, wenn die zu reproduzierenden Formen des Lebens mit sozialem Tod oder „langsamen Tod“ bedroht werden.

Dies wird insbesondere die Leben und den radikalen trans*-Aktivismus farbiger Menschen bedenken und sich auf die Arbeit von Street Transvestite Action Revolutionaries (STAR), konzentrieren. Die Schwule Befreiungs-Gruppe wurde 1970 von Sylvia Rivera und Marsha P. Johnson, zwei Schlüsselfiguren in der Geschichte des trans*-Aktivismus in New York, gegründet. Derartiger Aktivismus und solche Arbeit könnte exemplarisch für Black Materialist Feminism (A. Davis 1985, Hill Collins 1990) und die Kämpfe revolutionärer Gruppen dieser Zeit (wie die Black Panthers und Young Lords) verstanden werden. Dieser Vortrag wird die These aufstellen, dass die nicht-normative Ethik von STAR als Fokus für eine weitere Aussprache Radikalen Transfeminismus dient.

 

Die Veranstaltung findet auf englisch statt.

 

 

Event 21. Juli 2016, 18.30h - 21. Juli 2016

Ways beyond should: Femme Movements

Performance im Rahmen der Ausstellung "Millionaires can be trans*// You are so brave*"

An diesem Abend wird eine Spannbreite an unterschiedlichen Performances und Erfahrungen von Künstlern präsentiert, die mit weiblichen Ausdrücken arbeiten.

Zu unseren Gästen zählen u. a. folgende Künstler: Beck Heiberg, Alexis Johnson, Pedra Costa und Dusty Whistles.

Event 29. Juli 2016, 18.30h

All my/our relations: Decolonizing the Western Philosophy through Indigenous and Feminist Collaboration

Vortragsreihe: Radical Transfeminism zur Ausstellung MILLIONAIRES CAN BE TRANS*

Mit Sebastian de Line

Kann Posthumanismus entkolonisiert werden?

In den Eingeborenensprachen Cree und Michif bedeutet Niw_hk_m_kanak ‘alle meine/unsere Beziehungen‘. In dieser Erörterung werde ich mich um eine Erklärung und das gemeinsame Ausfädeln bemühen, für die Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen alle meine/unsere Beziehungen und beugendem Posthumanismus, wie er in traditionellem indigenen Wissen von L. Little Bear und den zeitgenössischen, westlich feministischen Gelehrten Donna Haraway und Karen Barad, erklärt wird. I glaube, dass diese philosophischen Projekte voneinander profitieren und sich über einen feministischen Diskurs der Wissenschaft und Philosophie hinweg erstrecken können, ohne die Bedingung sich auf okzidentale Systeme stützen zu müssen. Feminismus ergänzt konstant die Limitierungen der objektiven Philosophie. Wie kann Feminismus Dualismus und Objektivität durch bifokale Perspektiven verbessern? Kann ein vollkommeneres Bild erfahren oder nur betrachtet werden? Würde Transfeminismus potenziell von solch einer Kooperation zwischen feministischer und indigener Philosophie profitieren?

 

 

Aktuell 31. Juli 2016, 14.00h - 31. Juli 2016

Interaktiver Rundgang: Queeres Schöneberg

Rundgang durch Schöneberg 2016//Berlins Queere Geschichte diesen Sonntag für 90 Minuten mit Künstlerin Ivy Ivy. Wir werden uns mit den eigenen verwobenen Identitäten und persönlichen ihre-seine-ihre-Geschichten im Kontext der berühmten Queeren Nachbarschaft, in der sich das Schwule Museum* befindet, beschäftigen. Gemeinsam werden wir, durch die kollektive Kreativität der Gruppe, auf diese Geschichten antworten.

Sei bereit dich für kurzlebige Kooperationen mit den anderen Teilnehmern und der Stadt zu öffnen.

Sei bereit kreativ zu sein, zu teilen, verbinden, sehen, hören, sprechen, zeichnen und zu laufen.

Sei bereit ein_e Aktive_r¡¡¡ Teilnehmer_in und Mitarbeiter_in zu sein. Dies ist KEIN traditioneller Rundgang.

Es wird kein vorausgehender Hintergrund in geschichtlicher oder bildender oder darstellender Kunst benötigt.

Bitte bring ein Smartphone oder anderes Videoaufnahmegerät, bequeme Schuhe und einen lernwilligen und neugierigen Verstand mit. Keine Fahrräder.

Der Rundgang wird auf Englisch stattfinden.

Wir starten am Sonntag beim Schwulen Museum* um 14 Uhr. Maximal 8 Teilnehmer. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Der Rundgang kostet 7.50€ und beinhaltet den anschließenden Besuch im Schwulen Museum*.

Event 07. August 2016, 14.00h - 07. August 2016

2. Interaktiver Rundgang: Queeres Schöneberg

Rundgang durch Schöneberg 2016//Berlins Queere Geschichte diesen Sonntag für 90 Minuten mit Künstlerin Ivy Ivy. Wir werden uns mit den eigenen verwobenen Identitäten und persönlichen ihre-seine-ihre-Geschichten im Kontext der berühmten Queeren Nachbarschaft, in der sich das Schwule Museum* befindet, beschäftigen. Gemeinsam werden wir, durch die kollektive Kreativität der Gruppe, auf diese Geschichten antworten.

Sei bereit dich für kurzlebige Kooperationen mit den anderen Teilnehmern und der Stadt zu öffnen.

Sei bereit kreativ zu sein, zu teilen, verbinden, sehen, hören, sprechen, zeichnen und zu laufen.

Sei bereit ein_e Aktive_r¡¡¡ Teilnehmer_in und Mitarbeiter_in zu sein. Dies ist KEIN traditioneller Rundgang.

Es wird kein vorausgehender Hintergrund in geschichtlicher oder bildender oder darstellender Kunst benötigt.

Bitte bring ein Smartphone oder anderes Videoaufnahmegerät, bequeme Schuhe und einen lernwilligen und neugierigen Verstand mit. Keine Fahrräder.

Der Rundgang wird auf Englisch stattfinden.

Wir starten am Sonntag beim Schwulen Museum* um 14 Uhr. Maximal 8 Teilnehmer. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Der Rundgang kostet 7.50€ und beinhaltet den anschließenden Besuch im Schwulen Museum*.