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HIVstories. Living Politics

13. September 2019 – 11. November 2019

HIVstories: Living Politics beleuchtet die Kämpfe und persönlichen Geschichten von HIV- und Aids-Aktivist*innen, die in der gängigen Erfolgsgeschichte vom Kampf gegen HIV nur selten zu finden sind: Am Beispiel von Inhaftierten in Deutschland, migrantischen trans* Sexarbeiter*innen in der Türkei, Drogen-Nutzer*innen in Polen und der schwulen Aktivismus-Szene in Großbritannien widmet sich die Ausstellung den Verflechtungen und Wechselwirkungen von Aktivismus und staatlicher Politik – eine spannungsreiche  Beziehung, die an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten einen immer verschiedenen Ausgang genommen hat. Der jahrelange Kampf gegen HIV erscheint somit als ein Unterfangen voller Ungleichzeitigkeiten und Ungleichheiten. „HIVstories“ lädt dazu ein, das dominante Narrativ von der Geschichte und Gegenwart des HIV-Aktivismus aufzubrechen und sich auf Geschichten von den gesellschaftlichen Rändern einzulassen.

Die Ausstellung besteht aus Interviews, Artefakten und Kunstwerken, die im Rahmen des dreijährigen Forschungsprojektes EUROPACH gesammelt wurden – kurz für “European HIV/AIDS Policies: Activism, Citizenship and Health”.  Das Projekt geht dabei vor allem der Frage nach, wie die Erzählungen der Vergangenheit auch heute noch die Verbreitung der Epidemie beeinflussen. Wie formt Politik die Leben von Betroffenen? Wie formen diese Leben im Gegenzug die Politik?

Zur Eröffnung  von „HIVstories: Living Politics“ findet  an der Berliner Humboldt-Universität eine gleichnamige internationale Konferenz statt. Dort werden die Themen,  Motive und Bilder der Ausstellung weiter analysiert und in Filmen, Präsentationen und Diskussionen neu verarbeitet. Im Laufe des kommenden Jahres wird die Ausstellung auch nach Istanbul, Krakau und London reisen.

Die Kurator*innen:

Projektkoordination: Heiner Schulze (Schwules Museum)
Themenkomplex Deutschland:  Friederike Faust (Humboldt-Universität Berlin)
Themenkomplex Großbritannien: Emily Jay Nicholls (Goldsmith Universität London)
Themenkomplex Polen: Justyna Struzik (Jagiellonien Universität Krakau
Themenkomplex Türkei: Zülfukar Çetin (Evangelische Hochschule Berlin),  Alper Turan (Das Art Project)
Themenkomplex Europa: Agata Dziuban (Jagiellonien Universität Krakau), Todd Sekuler (Humboldt-Universität Berlin)

(Foto: HIV/AIDS conference badges. (c) Tamás Bereczky)