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Mac Folkes – Ernst braucht Leichtigkeit

13. August 2025 – 17. November 2025

Mac Folkes (1965-2020) beschrieb sich selbst als „Creator und Anstifter“. Als Türsteher, Teilnehmer und Performer im aufblühenden Berliner Nachtleben nach dem Mauerfall war Folkes Vertreter einer Generation von Schwarzen Queers, die Teil der transnationalen Techno-Revolution wurden. „Wir schwelgten in unserer Subversivität und verstanden, dass eine uneingeschränkte Existenz ohne Angst der ultimative Ausdruck von existentieller Selbst-Sorge ist“, wie er später schrieb. „Darüber hinaus hat mich die Arbeit an der Tür Menschenkenntnis gelehrt. Sie lehrte mich Urteilsvermögen, was meine Entscheidungen beeinflusste. Vor allem aber lehrte sie mich, meinen Instinkten zu vertrauen… Wie sich diese Räume entwickelten, ließ vorausahnen, was noch kommen sollte.“

Mac, ein brillanter und unabhängiger Geist, arbeitete in der Modebranche, in seinen Jahren in Berlin außerdem unter anderem als Model-Coach (inklusive denkwürdigen Auftritten bei der TV-Sendung „Germany’s Next Topmodel“), als Kurator und Creator. Mit einem Gespür für die Geschichte von Musik, Kunst, Macht, Klasse, Imperialismus, Rassifizierung sowie die Kreativität der Black Diaspora, war Mac Mentor mehrerer Generationen von Nachtschwalben und Szenekenner*innen, sowie von Schwarzen Berliner*innen, Europäer*innen und Kulturschaffenden. Er verlor nie seine Wut auf die Wenigen, die von einer Welt profitieren, die der Mehrheit schadet. Er verlor nie seine Liebe für den Rhythmus von Befreiung und Widerstand, sowie für die Schönheit in all ihren Formen.

Sein vorzeitiger Tod im Jahr 2020 war eine Tragödie für alle, die ihn kannten. Die Covid-Pandemie, die unmittelbar darauffolgte, bedeutete, dass es kaum gemeinsame Zeit gab, seinen Verlust zu betrauern und sein Leben zu feiern. Das Schwule Museum beherbergt nun Teile seines persönlichen Nachlasses, der von seinen Freund*innen (unter anderem Song Tae Chong, Eric De La Cruz, Edward Buchanan, Richard Stuart Perkins) nach seinem Tod sorgsam aufbewahrt wurde. Diese kleine Schau, aufgebaut um Portraits von Mac, ist eine Würdigung seines Lebens und seines Vermächtnisses, welches noch weiterer Forschung und Pflege bedarf.

Kurator*innen: Heiner Schulze & Ben Miller

Fotos: Jack Zander (l), 1997, SMU; Rankin (r), 2016, SMU