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„… und damit fingen dann die Probleme an“ – Die Gründung des Schwulen Museums 1985

6. Dezember 2025 – 16. März 2026

Laufzeit: 6.12.2025 bis März 2026

Eröffnung am 6.12. (geschlossene Veranstaltung), am 7.12. Eintritt frei

Westberlin, Mitte der 1980er. Auf dem Höhepunkt der AIDS-Krise, in der Homosexualität in den Medien häufig stigmatisiert wurde und mit Angst verknüpft war, suchte die Schwulenbewegung nach neuen Wegen der Selbstbehauptung. Viele Schwule in Berlin waren sichtbar, kämpferisch und gut vernetzt. Sie wollten ihre Geschichte selbst erzählen, ihre Kultur dokumentieren und ihre Identität nicht länger von außen definieren lassen.

Im „Berlin Museum“ wurde zwischen Mai und Juni 1984 erstmalig die Geschichte und die Kultur homosexueller Frauen und Männer in Berlin von 1850 bis 1950 in einer Ausstellung („Eldorado“) präsentiert. Über 40.000 Besuchenden kamen – ein voller Erfolg. Die Ausstellung wurde von vier Schwulen und neun Lesben verantwortet. Bei den schwulen Kuratoren entstand die Idee, einen Ort zu schaffen, der die eigene Geschichte dauerhaft bewahrt und sichtbar macht.

Am 6. Dezember 1985 gründeten Manfred Baumgardt, Wolfgang Theis, Manfred Herzer-Wigglesworth, Andreas Sternweiler und Egmont Fassbinder den Verein der Freunde des Schwulen Museums in Berlin. Da die Gründung eines Vereins sieben Personen benötigt, unterschrieben noch in einer solidarischen Aktion Detlef Mücke und Winfried Kuhn. So entstand eine Institution der Selbstermächtigung: ein Archiv, das schwules Leben sammelte, eine Bibliothek, die Wissen bewahrte, und Ausstellungen, die Geschichte sichtbar machten.

Nach der Vereinsgründung nutze das Schwule Museum von 1986-1988 Räume der Allgemeinen Homosexuellen Arbeitsgemeinschaft (AHA) in der Friedrichstraße. 1990 zog der Verein in eigene, größere Räume im Mehringdamm, 2013 erfolgte der Umzug an den aktuellen Standort in der Lützowstraße.

Was als kämpferische Initiative einiger schwuler Männer begann, ist zu einer international anerkannten Institution geworden, die die Vielfalt lesbischer, schwuler, bisexueller, trans*, inter* und queerer Lebensweisen sichtbar macht.

Diese Ausstellung erzählt die Entstehungsgeschichte des Vereins und beleuchtet zum 40. Geburtstag die bewegten ersten Jahre des Schwulen Museums.

 

Kuration: Birga Meyer & Luan Pertl

Mit Objekten und Dokumenten aus dem Archiv des Schwulen Museums. Neue Video- und Audiointerviews mit Manfred Baumgardt, Wolfgang Theis, Manfred Herzer-Wigglesworth, Andreas Sternweiler, Detlef Mücke und Detlev Pusch. Letztere wurden ermöglicht durch private Spenden im Rahmen unserer Crowdfunding-Kampagne „40 Jahre Schwules Museum – Gründungsgeschichte sichern“, für die wir uns sehr herzlich an dieser Stelle bedanken!

Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Foto: Die „Gründermütter“ des Schwulen Museums Manfred Baumgart, Wolfgang Theis, Andreas Sternweiler und Manfred Herzer-Wigglesworth (vlnr) vor dem Grundstock von Bibliothek und Archiv, in den Räumen der AHA im Juni 1986  (Fotograf*in unbekannt, Archiv SMU)