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Fundstück: Josch Hoenes‘ Flamingopullover

8. Juli 2026

Ein schwarzer Pullover mit rosa Flamingos – aus dem Besitz von Josch Hoenes (1972–2019). Wer war der Mensch hinter unserem Fundstück?

Josch Hoenes setzte sich für trans* Rechte, queere Sichtbarkeit und kritische Geschlechterforschung ein. Er gehörte zur ersten Generation offen trans* lebender Menschen, die zu trans* Themen forschten.

Als Wissenschaftler, Dozent und Aktivist prägte er die Transgender Studies im deutschsprachigen Raum maßgeblich und verankerte trans* und nichtbinäre Positionen jenseits der in Deutschland etablierten Frauen- und Geschlechterstudien.

2019 verstarb Josch Hoenes plötzlich. Zum ersten Todestag im September 2020 fand im Schwulen Museum eine Gedenkveranstaltung statt. Sein Nachlass wurde 2024 im Rahmen von Trans*cestors erschlossen – einem Projekt zur Sichtbarmachung der Vor- und Nachlässe mit trans* Bezug und Grundstein für ein künftiges TIN- Archiv im Schwulen Museum.

Der Nachlass umfasst eine Kiste mit Textilien, darunter den ausgestellten Flamingopullover. Der Flamingo – ein Tier, das in seiner Körperhaltung zwischen Balance, Fragilität und Pose changiert 🦩 – steht für ein (queeres) Leben, in dem Identität nicht als feste Kategorie erscheint, sondern als bewegliche, bewusst performative Praxis.

Für Menschen, die Josch näher kannten, gehörte sein Lieblingspullover untrennbar zu seiner Person. Für Birga Meyer (Schwules Museum) etwa stand er für ihre „besondere Zeit mit Josch“ rund um Weihnachten.

 

Bild: Mika Wisskirchen, Archiv Schwules Museum