„So könnte ich so viel schreiben, aber ich rege mich dabei so auf, denn
ich darf nicht zurück denken, es ist mir heute wie ein Traum. Ich möchte
so gerne mein Leben in die Welt schreien, und veröffentlichen aber dazu
gehört Geld, und das fehlt bei mir, es ist doch bestimmt einmalig und
interessant, gar nicht zu glauben, es klingt wie ein Märchen, überhaupt
das ich das ausgehalten habe, und noch lebe ein Wunder.“ schreibt Adele Haas am 28.03.1961.
Geboren 1907 erlebt Adele Haas die Machtübernahme der Nationalsozialisten. Als inter*person ist sie massiver Gewalt ausgesetzt: Mehrfach wird sie nach §175 inhaftiert und erlebt die Deportation ins KZ Sachsenhausen. Die Kleider, für die Adele deportiert wurde, sind Jako Wende von Adele‘s Großnichte Anni überlassen worden. Neben anderen persönlichen Gegenständen wird es als Teil ihres Nachlasses beim Vortrag zu sehen sein. Jako ist Adele durch die Archive gefolgt und hat Kontakt zu ihren noch lebenden Verwandten und Nachbarn aufgenommen. In Jako‘s Vortrag führt Jako durch Adele‘s Biographie, ihre Widerständigkeit und ihr Leben in der Diktatur.
Jako Wende forscht als nicht-binäre endo trans* Person zur Situation von trans*, inter* und/oder gender nonconformen Persinen im Nationalsozialismus. Dabei findet Jako immer wieder neue Personen, die in der bisherigen Erinnerungskultur keinen Platz gefunden haben.
Dieses Event findet auf deutscher Lautsprache statt. Eintritt: Kostenlos!
Dieses Event ist Teil der Reihe „A History of Sneaking„, Vorträge zu inter* Geschichte von Juliana Gleeseon, Jako Wende und River Roux. Ein Projekt des Schwulen Museums Berlin.
Bild: Nachlass Adele Haas, Schwules Museum Berlin