Veranstaltung in deutscher Lautsprache, Ort: Raum 2, Eintritt: 7 Euro (ermäßigt 4 Euro)
„Es ist kein passives Archiv, sondern ein lebendiger Ort queerer Verwandtschaft“, sagt Jennifer Evans, Queer Historikerin an der Carleton University, Ottawa und „heavy userin“ unserer Sammlungen. „Hier wird Geschichte nicht bloß verwaltet, sondern täglich neu verhandelt. Deshalb freue ich mich, mein Buch im Schwulen Museum vorzustellen“.
Wir freuen uns ebenfalls sehr, die druckfrische deutsche Übersetzung ihres preisgekrönten Werkes bei uns zu präsentieren. Evans zeichnet darin die ebenso konfliktreichen wie produktiven Kämpfe um Sexualitäten und Geschlechter in Kunst, Politik und Alltag in Ost-, West- und dem wiedervereinigten Deutschland seit 1945 nach. Sie fragt dabei auch nach den Leerstellen in Geschichtsschreibung und Archiven und eröffnet damit manchmal überraschende und immer lehrreiche Perspektiven, nicht zuletzt auf die Bestände unserer eigenen Sammlungen. Und weil Geschichte, auch die queere, das Ergebnis kollektiver Aushandlungen ist, hat sich Evans „special guests“ eingeladen. Gemeinsam mit ihnen wird sie der Frage nachgehen, wie historische Forschung dazu beitragen kann, eine radikal intersektionale Zukunft zu gestalten.

Jennifer Evans, Eine queere Art der Geschichte. Queeres Leben in Deutschland nach dem Faschismus, Suhrkamp TB 2026
500 Seiten, 28 EUR
Erscheinungstermin: 30.09.2026