Eine kostenfreie Führung durch die Ausstellung „Susan Sontag – Sehen & Gesehen werden“ in deutscher Lautsprache.
Die US-amerikanische Autorin und Kritikerin Susan Sontag (1933-2004) war eine „public intellectual“: eine Persönlichkeit, die mit ihren Texten und mit ihrem unangepassten Auftreten kontroverse Diskussionen auslöste und sich ihnen stellte.
Auf Fotografien und in Beschreibungen wirkt Susan Sontag selbst wie ein Filmstar. In vielen lesbisch-feministischen WGs hingen ikonische Aufnahmen von ihr an Wänden. Susan Sontag war ein flamboyantes, freigeistiges, manchmal schwieriges und widersprüchliches Vorbild. Sie lebte ein für vorherige Generationen unvorstellbar autonomes Leben.
Mit Identitätszuschreibungen haderte Susan Sontag zeitlebens. Sie kam früh in Kontakt mit der queeren Szene, outete sich jedoch nie. Als sie Ende der 1980er Jahre Zeugin der gesellschaftlichen Ausgrenzung von Aids-kranken Menschen – auch in ihrem Freundeskreis – wurde, schrieb sie mit „AIDS and its Metaphors“ (1989) einen wichtigen Text zu Fragen von Stigmatisierung, Eigenverantwortung, Aktivismus und Solidarität. Ihr Bezug war aber weniger ihre eigene Queerness, als vielmehr ihre Erfahrungen mit einer Krebserkrankung.
Was bedeutet uns Susan Sontag heute? Welche Relevanz hat sie in der queeren Kulturgeschichte? Wie erinnert man sich heute an ihre vielen Auftritte in Berlin, das sie oft und über längere Zeiträume besuchte?
Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Teilnahme ist kostenlos, bezahlt werden muss nur der Eintritt ins Schwule Museum selbst.
Fotografie: Renate von Mangoldt (Susan Sontag während der Veranstaltung „Drei Amerikaner in Berlin“, Akademie der Künste, Berlin, September 1976), (c) von Mangoldt