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VERSCHOBEN – Vernissage Queens: Fotografien von Nihad Nino Pušija

19. März 2020 19:00

Auch das Schwule Museum bleibt ab dem 13. März leider geschlossen. Wir folgen damit der Empfehlung der Senatsverwaltung. Diese Maßnahme gilt mindestens bis zum 19. April und soll helfen, die Verbreitung des Coronavirus zu bremsen. Wir holen die Eröffnung von „100 Objekte“ so bald wie möglich nach. Bitte passt auf Euch und auf einander auf.
Euer Schwules Museum

In den Bildern von Nihad Nino Pušija werden die Kriege und die Zerstörung des ehemaligen Jugoslawiens und die in Berlin ankommenden geflüchteten Romafamilien ebenso thematisiert, wie die Lebensgeschichten von Kreuzberger Ladenbesitzer*innen in einem sich nach der Wiedervereinigung verändernden Berlin.
In den hier präsentierten Serien nähert sich Pušija einem anderen Mikrokosmos: dem queeren, (post-) migrantischen Nachtleben im Berlin der 1990er Jahren. Zentraler Kulminationspunkt war das heute legendäre Kreuzberger SO36. Der 1978 gegründete Club bot den sozialen aber auch sexuellen Outsidern Zuflucht und wurde zweites Wohnzimmer für Punks, Liebhaber*innen abgefahrener Musik, Linke und Queers. Das SO36 leistete Pionierarbeit und setzte mit seinen Partyreihen „Gayhane – House of Halay“ und den „Black Gay Nights“ die Lebenswelt von queeren BPoCs ins Zentrum. Pušija hat diese subkulturellen Nischen der Queens, Tunten und Queers auch über das SO36 hinaus fotografisch in bildgewaltigen Aufnahmen festgehalten.

Nihad Nino Pušija ist 1965 in Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) geboren, studierte politische Wissenschaften und Journalismus an der Universität Sarajevo. Gleichzeitig arbeitete er als Fotojournalist und Künstler und ist seit 1988 als freier Fotograf in verschiedenen Kunstprojekten und Fotostudien tätig. Seit 1992 realisiert Pušija Projektarbeiten in Berlin, u.a. für die Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (nGbK), das Museum Europäischer Kulturen und die Allianz Kulturstiftung.

„Mein künstlerisches Ziel ist es, dort, wo ich lebe und arbeite, Mikrokosmen aufzuspüren, Veränderungen im Kleinen zu dokumentieren und Unauffälliges festzuhalten, um mit den so entstandenen Serien ein tendenzielles Gesamtbild meiner Umgebung und des Alltags meines Aufenthaltes abzubilden.“

Eintritt frei.

Kuratorinnen: Carina Klugbauer & Birgit Bosold

Szenografie & Aufbau: Jörg Krüger