Die US-amerikanische Autorin und Kritikerin Susan Sontag (1933-2004) war eine „public intellectual“: eine Persönlichkeit, die mit ihren Texten und mit ihrem unangepassten Auftreten kontroverse Diskussionen auslöste und sich ihnen stellte.
Das Schwule Museum übernimmt die erfolgreiche Ausstellung „Susan Sontag: Sehen und gesehen werden“ aus der Bundeskunsthalle Bonn (2025) und erweitert sie: was bedeutet uns Susan Sontag heute? Welche Relevanz hat sie in der queeren Kulturgeschichte? Wie erinnert man sich heute an ihre vielen Auftritte in Berlin, das sie oft und über längere Zeiträume besuchte?
Ein neuer Teil wird sich auf Spurensuche von Susan Sontag in Berlin begeben – mit Erinnerungen von Zeitgenoss*innen wie Ulrike Ottinger, Gesine Strempel, Erika & Ulrich Gregor und Carolin Emcke. Ein weiterer Teil widmet sich dem Einfluss des Sontagschen Denkens in der queeren Kultur. Zentral in „Susan Sontag – Sehen und gesehen werden“ sind Überlegungen zu Sichtbarkeit, Selbstinszenierung und Repräsentation. Sie belegen die große Sensibilität für alle Formen von Diskriminierung und Ausgrenzung, über die Susan Sontag als queere jüdische Frau verfügte.
Die Vernissage findet auf deutscher Lautsprache statt und ist kostenfrei. Sektempfang solange der Vorrat reicht.
Kuration: Dr. Kristina Jaspers und Dr. Birgit Bosold
Mit künstlerischen Arbeiten von: Susan Sontag, Jack Smith, Annie Leibovitz, Peter Hujar, August Sander, Ingmar Bergman, The Supremes u.a.
Neue Videointerviews mit Ulrike Ottinger, Erika und Ulrich Gregor, Gesine Strempel, Carolin Emcke, Klaus Biesenbach, Joachim Sartorius und Joan Nestle
Die Ausstellung ist eine Übernahme und Erweiterung der gleichnamigen Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn (14.3.-28.9.2025).
Gefördert von Hauptstadtkulturfonds, Senat für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Fotografie: Renate von Mangoldt (Susan Sontag während der Veranstaltung „Drei Amerikaner in Berlin“, Akademie der Künste, Berlin, September 1976), (c) von Mangoldt