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Über das Archiv

Das Archiv ist das Herzstück des Schwulen Museums. Mit – geschätzten – 1.500.000 Archivalien verfügt es über die größte Sammlung an Dokumenten und Realien zur LGBTIQ*-Geschichte in Deutschland. Es ist damit eines der wichtigsten Forschungs- und Dokumentationszentren seiner Art weltweit und besitzt zudem in seiner engen Verzahnung und räumlichen Nähe zum Ausstellungsbetrieb ein markantes Alleinstellungsmerkmal. Zum Archiv gehört auch die bislang an vier Wochentagen geöffnete Präsenzbibliothek mit Fachliteratur, Zeitschriften und teils raren bibliophilen Ausgaben.

Bislang sind nur Bruchstücke des Gesamtbestandes, zu dem auch die Kunstsammlung gehört, grob bearbeitet bzw. durch Findbücher erschlossen. Kontinuierlich kommen umfangreiche Schenkungen für Archiv und Bibliothek hinzu, darunter Nachlässe verstorbener Personen aus dem Umfeld der LGBITQ*-Community oder Bestände aus aufgelösten öffentlichen Archiven, Vereinen (z. B. Queer-Referate) und Gruppierungen.

Der Lesesaal

Der Lesesaal des Archivs befindet sich in den Räumen der Präsenzbibliothek im 1. Obergeschoss des Gebäudes Lützowstraße 73. Er ist während der Öffnungszeiten ohne Voranmeldung nutzbar. Allerdings empfiehlt es sich, Archivalien und im Depot befindliche Buchbestände vorab im Online-Katalog bzw. in den in der Bibliothek stehenden Findmitteln zu recherchieren, da diese prinzipiell nur mit einem Tag Vorlaufzeit ausgehoben werden können. Arbeitsplätze stehen zur Verfügung. Die Lesesaalauskunft hilft gerne in allen Fragen weiter. Archivalien können nicht sofort bereitgestellt werden.

Bestellfristen

Am Donnerstag und Freitag bestellte Archivalien und Zeitschriften werden in der Regel erst am darauffolgenden Montag bereitgestellt. Die Bestellfrist für Donnerstag endet jeweils am Mittwoch um 15.30 Uhr.

Das Archiv und seine Aufgaben

Das Archiv des Schwulen Museums zählt zu den klassischen „Bewegungsarchiven“, die aus den politischen Gegen- und Subkulturen der Nach-68-er-Bewegungen hervorgegangen sind. Das Archiv entstand parallel zum Aufbau des Schwulen Museums seit 1984/85. Auch durch die zeitliche Nähe der Museumsgründung zum Höhepunkt der AIDS-Krise um 1985 verstand sich das Archiv zunächst als Archiv der Schwulenbewegung, d. h. mit einem Sammlungsschwerpunkt zur männlichen Homosexualität. Inzwischen reicht der Sammlungsgegenstand weit über Bewegungsthemen und die rein schwule Thematik hinaus. Im Paragraf 2.2. in der Satzung des Schwulen Museums ist die Aufgabe des Archivs benannt:

  • 2.2: Aufgabe der Archive, der Bibliothek und des Museums ist die Erforschung des Alltags, der Kultur und der Bewegung homosexueller und transgeschlechtlicher Menschen aus allen Zeiten. Es werden Kunstwerke, Bücher, Dokumente und Materialien hierzu gesammelt und diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Im Gegensatz zu staatlichen oder Landesarchiven, die ihre Bestände nach dem Provenienzprinzip (= nach der Herkunft) ordnen, arbeitet das Archiv des Schwulen Museums mit einer Mischung aus Provenienz- und Pertinenzprinzip. Das bedeutet, Nachlässe von Personen oder Gruppen und Vereinen werden nach ihrer Herkunft aufbewahrt, weit größere Teile werden jedoch nach Sachgruppen, Ereignissen, geografische Einheiten oder Personen (= Pertinenzprinzip) geordnet.

Unsere Bestände werden nach archivarischen Kriterien (Aufbewahrung in Mappen, Sortierungssysteme, Signaturen, Findbuch-Erschließung) aufgearbeitet und bereitgestellt. Da die Verarbeitung der  Archivalien jedoch  überwiegend ehrenamtlich geleistet wird, im Einzelfall auch von zu speziellen Themen arbeitenden Forscher_innen und Nutzer_innen, sind noch nicht alle Bestände erschlossen. Dies kann punktuell zu Nutzungseinschränkungen führen, für die wir alle Nutzer_innen um Verständnis bitten.